Uelzener Kommissariat meldet für den Landkreis sinkende Deliktzahlen / Diebstähle bleiben Problem

Polizei: „In Uelzen lebt man sicher“

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Insbesondere im Uelzener Innenstadtbereich wurden 2017 Autos aufgebrochen und Wertgegenstände geklaut. „Schuld ist immer der Täter“, stellt Dieter Klingforth, Leiter des Uelzener Kommissariats, klar. Aber es sollte auch nichts im Auto gelassen werden, was zu einem Einbruch motivieren könne.

Uelzen/Landkreis. „Erfreulich“ sei die Entwicklung der Deliktzahlen im Landkreis, meint Dieter Klingforth, seit Ende vergangenen Jahres wieder Leiter des Kommissariats Uelzen.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik ist die Zahl der Delikte in Uelzen 2017 um 748 auf 4973 zurückgegangen.

Dieter Klingforth, Leiter des Kommissariats Uelzen.

Einen wesentlichen Teil der Taten machen Diebstähle aus. Insgesamt 1825 registrierte die hiesige Polizei im vergangenen Jahr. Nach einer Vielzahl entsprechender Vergehen im Uelzener Innenstadtbereich meint Klingforth: „Die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen machen mir Sorgen.“ Ihre Zahl ist von 225 auf 257 gestiegen. Zuletzt hätte die Polizei hier aber auch Ermittlungserfolge erzielt. Klingforth empfiehlt dennoch, nichts Wertvolles in Autos liegen zu lassen, um Täter nicht in Versuchung zu führen.

Außerdem blieben Haus- und Wohnungseinbrüche ein Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit, so Klingforth. Die Zahl der schweren Diebstähle aus Wohnungen stieg um 18 auf 92. Damit liege sie trotz „statistisch normalen Schwankungen“ aber immer noch auf deutlich niedrigerem Niveau als zur Hochphase der Einbrüche im Jahr 2015.

Die Beamten stünden hier stets vor schwierigen Ermittlungen und „die Aufklärungsquote könnte besser sein“. Aber durch zunehmende Vernetzung auch über Bundesländergrenzen hinaus gelänge es immer besser, insbesondere überörtliche Tätergruppen bei Tatserien schnell zu stoppen.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 der Polizeiinspektion Lüneburg / Lüchow-Dannenberg / Uelzen gibt es hier als Download.

Auch im Bereich der Rohheitsdelikte weisen die Zahlen einen positiven Trend aus: Sie gingen von 901 auf 772 zurück. Klingforth hebt hier insbesondere die Zahl der Körperverletzungen hervor, ihre Zahl sank von 645 auf 538. Allerdings, ergänzt Uelzens oberster Polizeibeamter, gebe es „punktuelle Spitzen“. Insbesondere im Nachtleben, wenn Alkohol fließt. Die Polizei setze weiter auf erhöhte Präsenz vor Ort, um diesem Phänomen entgegenzuwirken. zuletzt habe das Wetter seinen Teil dazu beigetragen, dass sich vor den fraglichen Kneipen nur noch wenig strafrechtlich Relevantes abgespielt habe – im Sommer könne das wieder anders aussehen.

Gesunken ist außerdem die Zahl der Sachbeschädigungen (von 627 auf 504) und die der Betrugsdelikte (799 auf 662). Hier, erklärt Klingforth, spiele das Internet eine immer größere Rolle. Ware würde bestellt, aber nicht bezahlt – oder für Ware kassiert, diese aber nie geliefert. Die Ermittlungen in diesem Bereich bezeichnet Klingforth als intensiv, aber oft erfolgreich: Die Aufklärungsquote liege bei 82,5 Prozent.

Den deutlichen Anstieg von Rauschgiftdelikten erklärt der Kommissariatsleiter insbesondere mit dem „Missbrauch von Cannabisprodukten“ und einer „intensiven Verkehrsüberwachung“ durch die eigene Schwerpunktsetzung. Eine nennenswerte Drogenszene gebe es nicht.

Insgesamt, so Klingforth abschließend, gelte nach wie vor: „Man lebt sicher im Landkreis Uelzen.“ Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, sei sehr gering.

Von Steffen Kahl

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