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Karteninhaber fürs Uelzen Open R 2020 warten noch auf Rückerstattung

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Von: Norman Reuter

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Auf der Bühne des in Uelzen etablierten Open R waren schon Stars wie Elton John, Sting und die Ärzte zu erleben. Die Pandemie hat den Veranstalter zu einer zweijährigen Pause verdonnert.
Auf der Bühne des in Uelzen etablierten Open R waren schon Stars wie Elton John, Sting und die Ärzte zu erleben. Die Pandemie hat den Veranstalter zu einer zweijährigen Pause verdonnert. ARCHIVFotos: huchthausen/Hölscher © Archivfoto: Huchthausen/Hölscher

Uelzen – Julia Wohlleben hat dem Team der Jabelmannhalle eine letzte Frist gesetzt. Sie will ihr Geld zurück für Tickets, die sie für das Open R 2020 erworben hatte. Nach eigenen Angaben bemüht sie sich inzwischen seit mehr als einem Jahr um eine Rückerstattung.

Bislang ergebnislos. Sei kein Zahlungseingang innerhalb der nächsten 14 Tage festzustellen, wolle sie rechtliche Schritte gehen, erzählt die Lüneburgerin der AZ. Sie ist nicht die Einzige, bei der noch eine Rückzahlung aussteht.

Open-R-Veranstalter Ulrich Gustävel wirbt indes um Verständnis. Die Pandemie machte ihm sowohl 2020 als auch 2021 einen Strich durch die Rechnung. Das in Uelzen etablierte Festival konnte in den beiden Jahren nicht stattfinden. „Wir reden von zig-tausend Karten fürs Open-R. Das dauert seine Zeit, das abzuarbeiten“, sagt Gustävel. Zumal jeder Fall auch einzeln zu betrachten sei.

Festivalteam auch mit Gutscheinen befasst

„Es gibt Fälle, bei denen die Käufer ihre Karten für das nächste Jahr tauschten oder auf die von der Bundesregierung geschaffene Gutschein-Lösung setzten.“ Seit dem 1. Januar 2022 kann, wer diese Gutscheine nicht nutzte, das Geld zurückverlangen. Diese Gutschein-Abwicklung komme jetzt noch oben drauf, schildert Gustävel. Eine Kraft aus seinem Team sei täglich nur mit der Rückabwicklung von Karten und Gutscheinen befasst.

Julia Wohlleben hatte Karten für den Festivaltag „Neue Töne“ mit verschiedenen Künstlern gekauft – „als Geburtstagsgeschenk für meine Tochter“, erzählt sie. Mit Ausbruch der Pandemie und der Absage des Festivals für 2020 sei für sie recht schnell klar gewesen, dass sie das Geld für die Karten zurückhaben wolle. Weder neue Tickets für das darauffolgende Jahr seien für sie eine Option gewesen, weil unter anderem mit Xavier Naidoo auch ein ursprünglich geplanter Künstler dann nicht auftreten sollte, noch ein Gutschein sei für sie in Betracht gekommen. Sie habe den Veranstalter noch 2020 über Facebook und auch per Mail über die auf der Homepage angegebene Adresse angeschrieben. „Es gab kein Feedback.“

Kommunikation „unterirdisch“

Das ärgert sie bis heute. „Die Kommunikation ist unterirdisch“, so Wohlleben. Sie habe immer wieder nachfragen müssen, bis eine Antwort gekommen sei. Zufriedengestellt habe sie die aber auch nicht: „Ich sollte die Originaltickets schicken. Dann sind die weg. Und du hörst nichts mehr.“ Als sie jetzt von der geplanten Sanierung der Jabelmannhalle erfährt, platzt ihr der Kragen. Der Bericht zu den Arbeiten ruft auch andere noch auf Plan, die gegenüber der AZ erklären, bislang ihr Geld für Tickets noch nicht erhalten zu haben.

Ulrich Gustävel, Open-R-Veranstalter
Ulrich Gustävel, Open-R-Veranstalter © Archivfoto: Huchthausen/Hölscher

Eine genaue Zahl, wie viele Karten noch zu erstatten sind, vermag Ulrich Gustävel nicht nennen. Er spricht von einem letzten Rest an Ticketinhabern, bei denen noch eine Rückabwicklung ausstehe. Die schiere Masse an verkauften Tickets hätten es nicht möglich gemacht, immer ausführlich zu antworten. Aber: „Jede Mail, die reinkommt, wird gelesen und auch bearbeitet“, so Gustävel. Sollte es noch Ticketinhaber geben, für die eine Klärung herbeizuführen sei, sollten diese sich per Mail melden.

Gustävel berichtet auch davon, dass mancher Fall sein Team sogar mehrmals beschäftige. Eine Rückerstattung sei schon längst erfolgt, aber weil es sich um überschaubare Beträge handele, seien sie den Betroffenen bei der Durchsicht der Konto-Auszüge nicht aufgefallen. „Dann kommt eine neue Mail. Wir suchen wieder den Vorgang raus“, sagt Gustävel. Er berichtet auch davon, dass Karten zurückgegeben wurden, bei denen es sich um Fälschungen handelte. „Das ist gut 50 Mal passiert.“

Gustävel ist überzeugt: In diesem Sommer wird das Open R stattfinden. „Die Tribünen sind bestellt.“ 16 000 Tickets seien auch schon verkauft. Es würden wöchentlich mehr.

Julia Wohlleben hat ihre Tickets aus 2020 inzwischen per Einschreiben der Jabelmannhalle zukommen lassen, wartet nun auf die Rückerstattung in der gesetzten Frist. Ein Besuch des Open R kommt für sie nicht mehr infrage. Nach der Odyssee werde sie keine Karten mehr bei diesem Veranstalter kaufen.

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