Kein Wahlrecht für Vakzin

Uelzen: Impflinge verweigern Injektion

Das Impfzentrum in der Stadthalle Uelzen.
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Im Uelzener Impfzentrum erhalten Menschen aus dem hiesigen Landkreis als auch aus dem Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg Corona-Schutzinjektionen.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Es gibt kein Wahlrecht für ein Vakzin. Das führt im Uelzener Impfzentrum zu ungewöhnlichen Szenen: Menschen sagen „Neín“ zur geplanten Injektion, wenn sie hören, mit welchen Impfstoff sie gespritzt werden sollen.

Uelzen/Landkreis – Im Uelzener Impfzentrum ist es bereits vorgekommen, dass Menschen mit einem Termin für eine Corona-Schutzinjektion diese im Gespräch mit dem medizinischen Personal ablehnten, als sie hörten, mit welchem Präparat sie geimpft werden sollten. Von solchen Fällen berichtete am vergangenen Donnerstag, 22. April, die Leiterin des Uelzener Kreis-Sozialamtes, Heike Bartelt, während einer Sitzung des Sozialausschusses. Detaillierte Zahlen zu den Verweigerern konnte sie nicht nennen.

Das Thema „Impfen“ wurde am Donnerstag im Zuge eines Sachstandsberichts zur Corona-Lage im Landkreis Uelzen behandelt. Wenn es zu solchen Fällen komme, dass jemand eine vorgesehene Injektion mit einem bestimmten Präparat im Impfzentrum ablehne, was bedeute das für die jeweiligen Personen, fragte Hans-Peter Hauschild (SPD). „Sind die dann raus aus dem System?“

Heike Bartelt erklärte, dass dann zumindest bei dem eigentlichen Termin keine Injektion vorgenommen werde. „Ein Wahlrecht für einen Impfstoff existiert nicht“, so die Amtsleiterin. Den Männern und Frauen stünde es aber frei, sich zu einem späteren Zeitpunkt entweder einen Termin wieder fürs Impfzentrum zu besorgen oder aber über den Hausarzt geimpft zu werden. Insofern seien sie nicht vollständig raus aus dem System.

Inzwischen sei auch nachgebessert worden, schildert Bartelt. Die Menschen würden nun schon mit dem Schreiben zum Impftermin erfahren, welcher Impfstoff für sie vorgesehen sei. In den vergangenen Monaten geriet mehrfach der Impfstoff von Astrazeneca in die Schlagzeilen, nachdem Länder die Injektionen wegen Thrombosen, die als Nebenwirkungen auftreten können, vorübergehend ausgesetzt hatten. Inzwischen ist das Vakzin für Menschen jenseits der 60 Jahre empfohlen, eine Impfung damit ist aber auf freiwilliger Basis weiter in jedem Alter möglich.

Der Geschäftsführer des Gesundheitsamtes Uelzen/Lüchow-Dannenberg, Tobias Linke, informierte am Donnerstag auch über eine wachsende Zahl von Standorten in der Region, an denen sich Menschen für einen Schnelltest abstreichen lassen können.
Wie berichtet, haben Bürger derzeit einmal die Woche die Möglichkeit, sich kostenlos testen zu lassen. Es wird in diesen Fällen von Bürgertestungen gesprochen. Das Gesundheitsamt hat in seiner Statistik für die vergangene Woche knapp 5000 solcher Bürgertestungen in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg gemeldet bekommen. Die Anzahl der positiven Fälle sei sehr gering gewesen, so Linke.

Wird eine Corona-Erkrankung ermittelt, kommt es auf die schnelle Kontaktnachverfolgung an, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Das hiesige Gesundheitsamt bekommt dabei Unterstützung aus der Kreisverwaltung, aber auch von externer Seite, beispielsweise von der Bundeswehr. Nach Angaben von Tobias Linke sei es bisher den Kräften stets gelungen, bei neu entdeckten Erkrankten die Kontaktverfolgung „tagesaktuell abzuschließen“.

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