Grundsicherung: Anstieg um 66 Prozent in zehn Jahren

Uelzen: Immer mehr Bedürftige im Kreis

Wer über weniger als 865 Euro Einkommen im Monat verfügt, sollte prüfen lassen, ob er Anspruch auf die Grundsicherung hat.
+
Wer über weniger als 865 Euro Einkommen im Monat verfügt, sollte prüfen lassen, ob er Anspruch auf die Grundsicherung hat.

Uelzen/Landkreis – Grundsicherung erhalten Menschen, damit eine Grund- und Mindestsicherung bei ihnen vorhanden ist.

Bezieher dieser Sozialleistung, die 2003 hervorgegangen war aus Armenhilfe und Armenfürsorge, sind im Landkreis Uelzen laut Kreissprecher Martin Theine zu 40 Prozent Rentner und zu 60 Prozent Menschen, die über eine Erwerbsminderung verfügen.

Insgesamt erhielten im Jahr 2019 1333 Menschen im Landkreis Uelzen die Grundsicherung. 2014 waren es 1148 Personen, fünf Jahre zuvor 801. Im Vergleich von 2019 zu 2009 ergibt sich damit eine Steigerung von 66,5 Prozent. Dies bedeutet natürlich auch, dass immer mehr Rentner auf die Grundsicherung angewiesen sind.

887 Euro betrug die durchschnittliche monatliche Rente, die die 1,63 Millionen Rentner in Niedersachsen im Jahr 2018 bekommen haben, wie die Elbe-Jeetzel-Zeitung berichtete. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin geht zudem davon aus, dass Grundsicherung im Alter von rund 60 Prozent der eigentlich Berechtigten gar nicht in Anspruch genommen werden. Sie versäumen es somit, ihr verfügbares Einkommen um rund 30 Prozent zu steigern.

Der Landkreis Uelzen bezahlte im vergangenen Jahr 8,26 Millionen Euro für die Grundsicherung an Bedürftige. Die einzelnen Beträge lagen zwischen 11,69 und 1148,72 Euro, wie Kreissprecher Theine auf AZ-Anfrage mitteilte.

Wer sich nicht sicher ist, ob er berechtigt sein könnte, Grundsicherung zu beziehen, sollte eine Faustregel der Deutschen Rentenversicherung berücksichtigen: Demnach müsse man schauen, ob das gesamte Einkommen unter 865 Euro liege. Wenn ja, solle man einen Antrag auf Grundsicherung stellen, wie die Deutsche Rentenversicherung schreibt. Niedrige Einkommen führten halt zu geringen Renten, wie die Gewerkschaft NGG mitteilt. Die Zuständigkeit liegt beim Sozialamt des Landkreises und bei der kreisfreien Stadt.

VON TIMO HÖLSCHER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare