Ab Oktober kommen in Uelzen mobile Teams zum Einsatz

Uelzen: Im Impfzentrum gehen die Lichter aus

eine mitarbeiterin des impfzentrums hält eine impfspritze in der hand
+
Im Uelzener Impfzentrum werden heute die letzten Injektionen verabreicht
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
    schließen

Die Tage des Impfzentrums in der Uelzener Stadthalle sind gezählt. Nach neun Monaten wird es geschlossen. Mehr als 102.000 Menschen erhielten dort Injektionen – nicht immer lief das friedlich ab.

Uelzen - Durch die Tür kommt kaum noch jemand. Im Wartesaal stehen gestern leere Stühle. Es ist ruhig worden in der Uelzener Stadthalle, in der seit neun Monaten das Impfzentrum für die Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg untergebracht ist. Zu Spitzenzeiten haben in ihm mehr als 800 Menschen täglich eine Corona-Schutzinjektion erhalten. „An einem Tag kamen wir auf 1130, darunter waren aber auch Impfungen durch mobile Teams“, schildert Thekla Meierhoff, organisatorische Leiterin des Impfzentrums. Heute Abend gehen in der Stadthalle die Lichter aus – das Impfzentrum schließt, ab Freitagabend beginnt das Technische Hilfswerk mit dem Rückbau.

Dass Ende September Schluss ist mit dem Impfzentrum, hat das Land verfügt. Die Menschen haben inzwischen die Chance, sich in Arztpraxen impfen zu lassen. Zusätzlich sind mobile Teams ab Oktober in Niedersachsen vorgesehen, die bei dezentralen Impfaktionen und in Einrichtungen zum Einsatz kommen sollen. Wie der Uelzener Kreissprecher Martin Theine sagt, sei geplant, im neuen Monat zunächst eines, dann ab November ein zweites zu installieren. „Es hat eine Ausschreibung gegeben. Die letzten Abstimmungsgespräche dazu laufen“, so Theine.

Mit mobilen Impfteams war auch am 5. Januar gestartet worden, Bewohner sowie das Personal in Senioren- und Altenheimen erhielten als Erste die Injektionen – gemäß der Priorisierung, die wegen der knappen Impfstoffmengen festgelegt worden war.

Das Virus war teils schneller, als der Impfstoff zur Verfügung stand. Es fraß sich zu Beginn des Jahres durch Heime. Von einem schwarzen Februar war die Rede, als allein in diesem Monat im Landkreis 70 Menschen starben.

Übersicht zu den Injektionen im Impfzentrum der beiden Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg.

„Wir waren am 18. März mit den Zweitimpfungen in den Heimen durch“, blickt Thekla Meierhoff zurück. Mobile Teams blieben aber weiter erhalten – bis zuletzt. „Vergangene Woche waren wir noch unterwegs“, sagt Meierhoff. Unter anderem wurden dezentrale Impfaktionen mit Johnson & Johnson angeboten, auch in Kitas, Schulen und im Gefängnis wurde ein Impfangebot unterbreitet.

War das Impfzentrum zunächst eine Stelle zur Organisation der mobilen Teams, öffnete es am 22. Februar für den Publikumsverkehr. Ärzte übernahmen die Aufklärungsgespräche; Kräfte des DRK, das mit dem operativen Geschäft betraut wurde, die Injektionen. In der Statistik sind dann bereits mehr als 18 000 Injektionen für den März festgehalten.

Erlasse des Landes waren umzusetzen, bei den Arbeitsabläufen hatte das Team des Impfzentrums Spielraum. X-Mal seien Prozesse angepasst worden, um beispielsweise Abläufe zu beschleunigen, so Meierhoff. Mit einer Maximallast von 20 Impfungen pro Arzt und Stunde war zunächst gerechnet worden – „das haben wir dann um Vielfaches übertroffen.“ Möglich geworden sei dies auch durch Menschen im Team, die „gute Ideen“ hatten.

Nicht nur darüber wurde in Morgenrunden gesprochen – tageweise musste das Impfzentrum schließen, weil Impfstoffdosen vom Land zurückgehalten wurden. Meldungen zum Wirkstoff von Astrazeneca verunsicherten Impfwillige. Bei einem ersten Anlauf für Impfungen ohne Termin wollten sich Menschen eine Injektion erschleichen, sogar zu einem Sitzstreik kam es. Meierhoff hält aber auch fest: „Wir haben Danke-Mails erhalten und gebackene Plätzchen.“ Zeitweise hat sie die Karten und Ausdrucke zur Motivation an eine Pinnwand geheftet.

Seit Anfang September laufen nur noch Zweitimpfungen mit Termin, und Genesene können sich impfen lassen. Wenn die eingerichteten Impfstraßen heute leer zurückbleiben, bleibt eine Zahl erhalten: Mehr 102 000 Injektionen wurden vom Team des Impfzentrums gesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare