Hamburger Firma aus Pflegebranche möchte investieren

Uelzen-Holdenstedt: Medaceum vor Schlosskauf

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Der Stadtrat entscheidet in seiner Sitzung am 30. September, ob das Schloss und der Schlosspark Holdenstedt an die Firma Medaceum verkauft werden.

Uelzen-Holdenstedt – Medaceum möchte auf dem Gelände des Schlossparks Holdenstedt einen Wohnort für Senioren errichten. Die Firma des geschäftsführenden Gesellschafters Dr.

Thies Boysen betreibt bereits Alten- und Pflegeheime in Celle, Kaltenkirchen, Bad Oeynhausen, Ebstorf und Hamburg. Drei andere Interessenten für den Kauf des Schlosses und des Schlossparks Holdenstedt waren nach einer „Nutzwertanalyse“ im ersten Quartal von 2018 laut Aussage von Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt am Mittwochabend in Holdenstedt aus dem Rennen.

Für die Instandhaltung des Schlosses muss die Stadt laut Markwardt derzeit jährlich einen sechsstelligen Betrag aufbringen. „Ich gehe davon aus, dass die Sanierung des Schlosses eine siebenstellige Summe kosten wird“, so Markwardt. Der designierte Käufer Medaceum verpflichte sich im Kaufvertrag dazu, das Schloss zu sanieren.

Weiter sagte Uelzens Bürgermeister während der Sitzung des Ortsrats Holdenstedt und Klein Süstedt im Holdenstedter Hof am Mittwochabend: „Ich glaube an das Konzept des Investors, es ist der richtige Schritt. Das Schloss soll wieder ein Anziehungspunkt werden.“ Der notarielle Vertragsentwurf liege vor, doch Ortsrat Michael Burmeister (UWG-Holdenstedter Bürger) hielt dennoch dagegen: „Wir dürfen das Tafelsilber der Stadt nicht einfach verscherbeln.“ Bei der abschließenden nicht-öffentlichen Abstimmung gab es eine Mehrheit des Ortsrats für den Verkauf. Das genaue Abstimmungsergebnis blieb geheim.

Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull sagte am Mittwochabend, dass geplant sei, die neuen Gebäude im Schlosspark im Baustil des Schlosses zu errichten. Einen Bauplan gebe es aber noch nicht, sondern lediglich einen Bauvorbescheid. Zuhörer kritisierten, dass der Schlosspark bebaut werden soll. Scheele-Krogull sagte: „An den geplanten Stellen standen auch vor 300 Jahren bereits Gebäude.“

VON TIMO HÖLSCHER

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