Notlügen und Ampelschaltungen

Uelzen: Hochbegabtenförderung am Lessing-Gymnasium bietet Freiheiten jenseits des normalen Unterrichts

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Die Schüler des Deutsch/Latein-Workshops präsentieren ihre Plakate über mystische Figuren. 

Uelzen. Dem Denken und Handeln wissbegieriger Schüler wurde beim Workshop für Begabtenförderung am vergangenen Sonnabend keine Grenzen gesetzt.

Computerspiele programmieren, nach den Sternen greifen, Traumwelten erschaffen, Blutungen stoppen oder Musikwerke komponieren – rund 95 Kinder mit besonderer Begabung aus den Klassenstufen vier bis sieben kamen im Lessing-Gymnasium (LeG) zusammen, um in neun verschiedenen Projektgruppen ihren Neigungen nachzugehen oder neue Ideen zur Vertiefung zu sammeln.

Der Fördervormittag wurde von dem Kooperationsverbund für Begabtenförderung organisiert, dem die Grundschulen Molzen, Oldenstadt, Rosche und Westerweyhe sowie das LeG angehören. „Schülern, die mit einer Begabung im Unterricht positiv auffallen, wird die Teilnahme an diesem Workshop angeboten. Sowohl die Kinder als auch die Lehrer oder Gruppenleiter sind freiwillig und aus reinem Interesse an Extrawissen hier“, erklärt der Projektkoordinator und LeG-Lehrer Frank Rössing, während sich die herumturnenden Schüler in der Pause zwischen den zwei Projektphasen in die unterschiedlichen Teilnehmerlisten eintragen. „Neben anderen Maßnahmen zur Begabtenförderung findet dieser Workshop seit 2008 einmal jährlich statt und bereitet allen Beteiligten viel Freude.“

Den neugierigen Schülern bot sich in dem halbtägigen Seminarangebot ein breites Themenspektrum: Ob Mythen und Monster im Projekt Deutsch/Latein, Notlügen im Philosophie-Kursus oder alltägliche Körpernetze in der Mathematik – die Teilnahme war alters- und geschlechterübergreifend und gab den Schülern Einblicke in Wissensgebiete, die oftmals keinen Bestandteil im normalen Schulunterricht bilden. Der Förderverein LeG-Elternring unterstützte den Informatikkursus mit der Bereitstellung von externen Mini-Computern, die beispielsweise das Programmieren einer Ampelschaltung ermöglichen.

Ziel der Veranstaltung war, die Begabungen der Kinder in den Vordergrund zu stellen. „Mein Philosophieseminar nahm einen ganz anderen Verlauf als eigentlich geplant. Die Schüler begannen eigenständig, über den Umgang mit Wahrheit und Lügen zu diskutieren“, berichtet eine Lehrerin des Fachs Werte und Normen. „Die Veranstaltung bietet eine Freiheit, die man sonst Unterricht nicht hat. Ich finde das super!“

Von Nina Felicitas Kunzi

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