Netzbau in sengender Hitze

Uelzen: 342 Haushalte nutzen inzwischen Glasfaserstränge des Landkreises

+
Die Sonne brennt erbarmungslos: Ein Bautrupp verlegt Glasfaser an einem Stoppelfeld bei Mehre. Mit dem Stampfer wird Erde verdichtet – eine schweißtreibende Arbeit.

Uelzen/Landkreis – Die Sonne brennt erbarmungslos auf das Stoppelfeld bei Mehre herab. Die Gerste, die auf ihm wuchs, ist geerntet worden. Gearbeitet wird nun am Feldrand. In der Nachmittagshitze schwitzt ein Bautrupp zum Glasfasernetz des Landkreises.

Mit einem Stampfer, gut 60 Kilogramm schwer, wird in einem schmalen Schacht Erde verdichtet – Meter für Meter.

1.400 Kilometer an Glasfaserkabel werden im Landkreis verlegt, damit unterversorgte Gebiete schnelles Internet erhalten. Der erste große Schritt beim Bau des Glasfasernetzes ist im Frühjahr gegangen worden. Im Probebetrieb wurden seinerzeit rund 100 Haushalte in der Gemeinde Bienenbüttel über das Netz versorgt. Gut drei Monate später würden nun 342 Haushalte die Glasfaserstränge des Landkreises nutzen, berichtet die Projektverantwortliche Marlis Kämpfer im AZ-Gespräch. Angeschlossen an das Netz wurden insgesamt bisher 992 Hausadressen.

Der Landkreis, Bautrupps und Netzbetreiber Lünecom haben damit noch Arbeit vor sich. An das Glasfasernetz angeschlossen werden sollen gut 12.000 Wohnadressen, wie Kämpfer sagt. Eine Aufgabe, die Landkreis noch bis Ende 2020 in Anspruch nehmen wird.

Eigentlich sollte es zügiger gehen. Wie berichtet, hat das polnische Unternehmen Fonbud, das in großen Teilen des Landkreises das Glasfasernetz aufbauen soll, seine Schwierigkeiten, ausreichend Personal zu finden, weil in der Heimat die Wirtschaft brummt. Aktuell seien Fonbud Subunternehmen abgesprungen, sagt Kämpfer.

Aufwendig durch erforderliche Genehmigungen und nötige Planungen ist das Queren von Bahnlinien. Vergangene Woche wurde ein Glasfaserstrang am Bohldamm in Uelzen unter den Gleisen verlegt, geholfen habe dabei ein bereits in der Bahnunterführung verlegtes Leerrohr, schildert die Projektverantwortliche, die sich freut, dass die Querung im gesteckten Zeitplan geklappt hat.

Die Tücke steckt nämlich im Detail. Am Feldrand bei Mehre hält ein Traktor. Der Landwirt steigt ab. Er bewirtschaftet Flächen in der Nähe und weiß, dass eine Leitung für die Beregnung im Erdreich verläuft. Er macht dem Trupp von Fondbud mit Worten und Gesten verständlich, dass die Bauarbeiter im weiteren Verlauf beim Ausschachten achtgeben müssen, damit die Leitung nicht beschädigt wird. Es wird genickt. Und weiter geht’s. Wasser fließt auch ohne Leitungsschaden. Bei Hitze rinnt ihnen der Schweiß von der Stirn.

VON NORMAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare