Zehn Schnell-Lader im Stadtgebiet – nirgendwo in Deutschland gibt es mehr

Uelzen ist Hauptstadt der E-Mobilität

+
Stolz auf die neuen Schnell-Ladesäulen: Christian de Wyl (Rechtsanwalt für Energie), Stefan Muhle (niedersächsischer Staatssekretär für Verkehr), Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt und Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Schümann (v. l.).

Uelzen – Es ist angetankt: Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben die zehn Mycity Schnell-Ladesäulen, die in den vergangenen Wochen in Uelzen entstanden sind, offiziell eröffnet.

Besitzer von E-Autos können ihr Fahrzeug nun an den sogenannten High Power Chargern mit einer Leistung von 150 kW innerhalb von 20 Minuten mit Ökostrom aufladen. An einer Säule können theoretisch vier E-Autos gleichzeitig geladen werden.

„Uelzen ist in Sachen E-Mobilität Hauptstadt“, bescheinigte der niedersächsische Staatssekretär für Verkehr, Stefan Muhle, der Hansestadt. Deutschlandweit gibt es derzeit 92 E-Ladesäulen mit dieser Leistung – zehn Prozent davon stehen in Uelzen. In Niedersachsen machen Uelzens Ladesäulen sogar 50 Prozent aus. Damit habe die Stadt den Impuls in Richtung E-Mobilität gesetzt und andere Städte aufgefordert, es ihr gleichzutun. „Es ist mutig, vorneweg zu gehen. Andere werden von Ihnen lernen können.“

Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Markus Schümann, wünscht sich, dass die Fahrer von E-Autos den Mycity-Ökostrom von Uelzen aus in die ganze Bundesrepublik bringen: „Wir wünschen uns eine tolle automobile Zukunft.“

Alle sind sich einig: Auch wenn die Zahl an E-Autos in Uelzen bisher überschaubar ist, sei es richtig, frühzeitig die Rahmenbedingungen zu schaffen. Derzeit sind im Landkreis 319 Elektrofahrzeuge zugelassen, der Großteil sind Plug-in-Hybride. „Wir fordern die Bürger auf, den Mut zu haben, sich ein E-Auto zu kaufen“, sagte der Stadtwerke-Geschäftsführer und kündigte an, dass für jeden Uelzener, der sich ein E-Auto kauft, das Tanken an den Ladesäulen mit einer Mycity-Pluscard in den ersten drei Monaten umsonst ist.

Uelzens Stadtwerke planen derzeit bereits den nächsten Schritt: Bald soll das Aufladen eines E-Autos über sogenannte Wallboxen von zuhause aus möglich sein. In jedem Fall sind die öffentlichen Ladesäulen künftig für Pendler mit E-Autos ein Argument, zum Aufladen einen Abstecher in die Hansestadt zu machen.

Zwar wurden die Ladesäulen mit 150.000 Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitaler Infrastruktur gefördert. Für die Stadtwerke bleibt es dennoch ein kostspieliges Projekt, in das sie mit Blick auf das große Ziel, Nachhaltigkeit, investiert haben. Dafür dankte ihnen Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt: „Ohne die Stadtwerke wäre unsere Stadt ein ganzes Stück ärmer.“ Oft werde er gefragt, warum gerade Uelzen die erste Kommune ist, die ein Schnell-Ladenetz für E-Autos auf den Weg bringt. „Die Frage muss sein: Warum haben es die Anderen noch nicht getan?“

VON SANDRA HACKENBERG

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare