Leiter des Gesundheitsamtes rät bereits jetzt zur Impfung

Uelzen: Grippeschutz in Corona-Zeiten

Fieber, Husten, eine laufende Nase: Die Grippesaison steht bevor – und das in Corona-Zeiten. Menschen aus Risikogruppen sollten sich impfen lassen, rät Gerhard Wermes.
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Fieber, Husten, eine laufende Nase: Die Grippesaison steht bevor – und das in Corona-Zeiten. Menschen aus Risikogruppen sollten sich impfen lassen, rät Gerhard Wermes.

Uelzen/Landkreis – Gut 100 Tage sind es noch bis zum Jahreswechsel und erfahrungsgemäß bis zur Hochphase der Grippe-Saison: Bereits jetzt sollten sich aber Menschen mit Vorerkrankungen, Ältere sowie jene, die durch ihren Beruf besonders gefährdet sind, gegen die Influenza impfen lassen.

Das rät Dr. Gerhard Wermes, Leiter des Uelzener Gesundheitsamtes, im Gespräch mit der AZ.

Während noch am Impfstoff für das Coronavirus geforscht wird, liegt ein Impfstoff für die anstehende saisonale Grippezeit vor. „Er ist zugelassen“, sagt Gerhard Wermes. Der Impfstoff soll Schutz für vier Typen von Grippeviren bieten. Sie zirkulieren bereits seit Längerem auf der Südhalbkugel.

Doppel-Infektion ist möglich

Dr. Gerhard Wermes, Leiter des Gesundheitsamtes.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aus dem Frühjahr suchten in der vergangenen Grippe-Saison in Deutschland mehr als 4,3 Millionen Menschen mit Influenza-Symptomen einen Arzt auf. 411 Grippetote wurden erfasst.

Welchen Verlauf die Grippe-Saison in diesem Jahr nehmen wird, dazu vermag Wermes noch keine Aussage treffen. Durch die Corona-Pandemie gelten Auflagen zum Infektionsschutz: Masken werden getragen, Menschen sind aufgerufen, Abstand zu halten und auf die Hygiene zu achten. Das könne einen positiven Effekt auf die Grippezeit haben, so Gerhard Wermes – ungeachtet dessen sollten sich Gefährdete impfen lassen.

Denn: Menschen können sich gleichzeitig mit einem Grippevirus und dem vielbesprochenen Coronavirus „SARS-Cov-2“ infizieren, schildert Wermes. „Beide greifen das Bronchialsystem an und das kann zu einem schweren Verlauf führen“, so der Leiter des Gesundheitssystems.

Höhere Testzahlen erwartet

Die Symptome sind ähnlich, ob nun eine Infektion mit Grippeviren oder dem Coronavirus vorliegt: Atemwegsbeschwerden, Schnupfen, Fieber. Nach ersten Erfahrungen kann es bei einer Corona-Infektion auch zum Verlust des Geruchs- und Geschmacksinnes kommen. Die sich gleichenden Symptome werden eine Herausforderung für das Gesundheitssystem, ist sich Wermes sicher. Es sei ein Abstrich nötig, um zu klären, um welche Infektion es sich handele. „Es wird sicher einen deutlichen Anstieg der Testzahlen geben“, sagt er.

Das trifft Ärzte und Labore. In Rosche wird das Testzentrum betrieben. Wermes geht davon aus, dass aber in der Grippesaison auch die niedergelassenen Ärzte gefragt sein werden. „Das Material wie Schutzanzüge und Ähnliches gibt es“, so Wermes. Mit den Arztpraxen sei dann darüber zu sprechen, wie die Behandlung von Menschen mit Infektionssymptomen und Testungen erfolgen könne. Sogenannte Infektionssprechstunden zu bestimmten Zeiten könnten der Weg sein. VON NORMAN REUTER

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