Beamte bilden Polizeikette

Grabkerzen gegen Corona – 400 Personen ziehen durch Uelzen

Vor dem Uelzener Rathaus nehmen Gegendemonstranten zum Corona-„Spaziergang“ Aufstellung. Foto: privat
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Vor dem Uelzener Rathaus nehmen Gegendemonstranten zum Corona-„Spaziergang“ Aufstellung.
  • Gerhard Sternitzke
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Uelzen – Ein Demonstrationszug bewegt sich am Sonnabendnachmittag durch Uelzen. Nach Angaben der Polizei sind es rund 400 Menschen, die mit ihrem „Spaziergang“ gegen die Corona-Maßnahmen von Bundes- und Landesregierung protestieren.

Als Symbol haben sie Grabkerzen mitgebracht.

Der unangemeldete Demonstrationszug bewegt sich vom Bereich Ratsteich/Gudesstraße durch die Veerßer Straße. Der Weg zum Rathaus ist von wenigen Gegendemonstranten mit Transparenten des Uelzener Bündnisses gegen Rechts versperrt. Laut Polizei kommt es zu verbalen Provokationen. Die Menschen aus dem Demonstrationszug stellen Kerzen am Kriegerdenkmal am Herzogenplatz ab.

„Wir haben eine Polizeikette gebildet, damit es zu keiner Konfrontation kommt“, berichtet Polizeisprecher Kai Richter. Zu Straftaten sei es nicht gekommen. Ein Organisator der Demonstration war für die Polizei nicht festzustellen. Die Menschen seien einer Frau mit Luftballons gefolgt, so Richter.

Das Bündnis gegen Rechts hatte die eigene Demonstration mit 25 Personen vor dem Rathaus, wie am Vorabend, als nur ein kleines Häuflein von Demonstranten durch Uelzen zog, angemeldet. „Wir wollten ein Gegenzeichen setzen – für die Mehrheit der Gesellschaft“, erklärt Frank Heinrich für das Bündnis. Die Teilnehmerschaft gehe bis weit ins rechte Spektrum hinein. Gleichzeitig übt er Kritik an der Polizei: „Die müssen mit mehr Kräften vor Ort sein.“

Deren Sprecher Richter betont, dass eine Uelzener Polizeieinheit auf dem Rückweg von einer Demonstration in Braunschweig hinzubeordert worden sei. Angesichts des hohen Guts der Versammlungsfreiheit seien die Beamten mit Augenmaß vorgegangen. Die Aktion, die im Vergleich zu „Spaziergängen“ in Lüneburg, Hitzacker und Lüchow groß ausfiel, werde man noch auswerten. Teilnehmer müssten bei Missachtung der Maskenpflicht mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen.

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