Investor will Wohnplätze für Senioren schaffen

Uelzen: Geteiltes Echo auf Schlosspläne

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Wem gehört künftig das Schloss Holdenstedt und wie wird es genutzt? Aktuell will ein Mitglied aus der Erbauer-Familie ein Vorkaufsrecht nutzen.

Uelzen-Holdenstedt – Uelzens Stadtpolitik hatte sich für den Verkauf des Schlosses Holdenstedt an den Hamburger Investor Thies Boysen ausgesprochen. Jetzt will Armgard von der Wense aus der Erbauer-Familie ein altes Vorkaufsrecht nutzen. Die Reaktionen der Gewählten fallen unterschiedlich aus.

Es brennt Licht im Schloss. Autos stehen vor der Tür.

Der Museums- und Heimatverein packt zurzeit Kartons. Er zieht aus. Räume in der Uelzener Innenstadt werden bezogen. Auch hinter den Kulissen ist in Sachen Schloss Bewegung aufgekommen. Armgard von der Wense will, wie berichtet, ein altes Vorkaufsrecht nutzen und das Schloss übernehmen.

Ihr sind vor allem die Pläne des Hamburger Investors Thies Boysen ein Dorn im Auge, der im Schlosspark Wohnplätze für Senioren schaffen will. Uelzens Politik hatte sich mehrheitlich für ihn als Käufer des Schlosses entschieden. Zur Entwicklung nun fallen die Reaktionen der Politik unterschiedlich aus.

Die UWG im Rat hatte auch ihre Bauchschmerzen mit der geplanten Bebauung im Park, sprach sich beim Beschluss gegen den Verkauf des historischen Baus aus. Ralf Munstermann, Vorsitzender UWG-Fraktion, sagt: „Ich persönlich bewundere das Engagement von Frau von der Wense. Das ist couragiert, mutig, man braucht dabei auch Fortune. Wir wünschen ihr toi, toi, toi“.

Susanne Niebuhr von WIR für Uelzen erklärt gegenüber der AZ: „Wir sehen es absolut positiv.“ Das Konzept von Armgard von der Wense sei stimmig – Bildung, Kunst und Kultur in Verbindung mit dem Erhalt des Parks und des Schlosses zusammen mit der Kirche als Ensemble. Das Konzept sei langfristig angelegt und Armgard von der Wense hafte voll. „Dessen ist sie sich bewusst“, so Niebuhr. In der Gruppe aus Grünen, FDP, Linken und Piraten herrschten bei den Beratungen zum Schlossverkauf unterschiedliche Auffassungen. Gruppenmitglieder machten kein Hehl daraus, dass nichts von neuen Gebäuden im Park halten. Karl-Heinz Schmäschke, Vorsitzender der Gruppe, sagt nun: „Wenn es sich bei den Plänen von Frau von der Wense um ein tragfähiges Konzept handelt, begrüße ich ihr Vorgehen.“

Mit zwei Vereinen und einem Institut sollen Tagungen im Schloss stattfinden, es weiter Kulturstätte für Ausstellungen und Konzerte sein. Und auch mit Jugendlichen soll dort gearbeitet werden.

CDU und SPD sind die beiden großen Fraktionen im Rat. Klaus Knust, Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokraten, sagt: „Es ist das gute Recht von Frau von der Wense, so zu handeln.“ Ein Satz, den ganz ähnlich auch Markus Hannemann von der CDU formuliert. Er meint weiter: „Es gibt im Kaufvertrag nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Randbedingungen.“ Und der Vertrag gelte weiter, wenn das Vorkaufsrecht genutzt werde. Randbedingungen seien beispielsweise Sanierungsarbeiten, die zu bestimmten Zeitpunkten erledigt sein müssten. Nach Informationen der AZ müssen nach drei, fünf und zehn Jahren Sanierungsmaßnahmen erfolgt sein.

Am heutigen Montag, 19.30 Uhr, will Armgard von der Wense ihr Konzept für das Schloss im Schützenhaus von Holdenstedt näher vorstellen. Final entscheiden, ob sie das Vorkaufsrecht nutzt, will sie am 22. Dezember.

VON NORMAN REUTER

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