Existenzängste und Informationen

Uelzen: Geplantes Landschaftsschutzgebiet Ilmenau sorgt für Irritationen

„Wir wollen das Nutzung und Schutz sich vertragen“, sagt der Leiter des Umweltamtes, Alexander Krüger über das Landschaftsschutzgebiet Ilmenautal.
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„Wir wollen das Nutzung und Schutz sich vertragen“, sagt der Leiter des Umweltamtes, Alexander Krüger über das Landschaftsschutzgebiet Ilmenautal.

Uelzen/Landkreis – Das geplante Landschaftsschutzgebiet Ilmenautal sorgt weiter für Aufregung in der Bevölkerung, das wurde bei der Sitzung des Umweltausschusses des Kreises deutlich.

Betroffene kritisierten die Entscheidungen und fühlten sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Teile der Kreispolitik forderten mehr Transparenz der Entscheidungen.

So sei für ihn eine Mutterkuh-Haltung im Schutzgebiet kaum noch möglich, schilderte der Hohenbosteler Dirk Remien. „Meine Kühe machen nicht 2,50 Meter vor dem Graben halt. Wer zahlt mir den neuen Zaun“, fragte er. Ein Secklendorfer Landwirt beklagte, dass die Wiesen, die er bisher zur Heuernte nutze, drohten mit Pappeln zu zuwuchern, wenn er nicht auch den Schutzstreifen pflegen dürfe. Kritisiert wurde auch die nicht nachvollziehbare Grenzziehung für das Kerngebiet.

Dorothea Epperlein vom Umweltamt des Landkreises und dessen Leiter, Alexander Krüger, versicherten, dass jegliche Einwendungen zum Kerngebiet geprüft werden. Was zurzeit im Rahmen des endgültigen Entwurfes geschehe. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne es aber noch nicht zu einzelnen Fällen Antworten geben. Das Ergebnis werde ein Kompromiss aus den Interessen des Naturschutzes und dem der Anrainer darstellen. Dieser bestehe aus dem Minimum des umweltfachlich nötigen und der maximalen Berücksichtigung der Interessen der Betroffenen, so Krüger. „Wir wollen das Nutzung und Schutz sich vertragen“, sagte Krüger.

Mehr Zeit für die Kreispolitik und die Betroffenen, um sich mit der komplexen Materie auseinanderzusetzen, wenn der konkrete Entwurf vorliegt, forderte Léonard Hyfing (FDP). „Wenn so viele Einwendungen da sind, muss auch eine Chance da sein, sich sachlich mit ihnen auseinanderzusetzen“, erklärte er. Der übliche Zeitrahmen reiche nicht aus, um das komplexe Thema vor einer Sitzung aufarbeiten zu können und es angemessen zu behandeln. Unterstützung erfuhr Hyfing von Kurt Zyplis (SPD) und Markus Jordan (Grüne).

Die Verwaltung verwies auf die Geschäftsordnung, die für sie maßgebend sei. Versicherte aber auch, sich zu bemühen, die Informationen im Vorfeld so früh wie möglich zur Verfügung zu stellen.

VON LARS LOHMANN

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