Angst vor Verkehrslärm

Uelzen: Geplante Kita am Stern treibt Anlieger um

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Vorbild für den Neubau soll die Kita an der Gartenstraße in Uelzen sein, wie Christoph Mrowinski vom Gebäudemanagement berichtete. 

Uelzen – 80 Plätze für Kinder von null bis sechs Jahren, bis zu 20 Parkplätze vor dem Gebäude und eine Bebauung in L-Form: Erstmals hat die Hansestadt Uelzen im Zuge einer Informationsveranstaltung für Bürger detailliertere Pläne zum Bau der Kita am Stern vorgelegt.

Eine Skizze zur geplanten Kita, die auf dem Sportplatz der Sternschule entstehen soll. Bewohner der Meding- und Propst-Raven-Straßen stören sich an der Lage.

Sie soll auf einem östlichen Teilstück des Sportplatzes der Sternschule entstehen, 4.000 Quadratmeter sind als Bauareal vorgesehen. Anlieger befürchten, weil Flächen versiegelt werden, dass bei Regen noch öfter als bisher schon Wasser vor ihren Häusern und auf Straßen stehen wird. Zudem sorgen sie sich wegen des Verkehrslärms, der durch das Bringen und Holen der Kinder entstehen wird. „Sie brauchen sich nur das Verkehrschaos jeden Tag an der Sternschule anzuschauen“, sagte beispielsweise Margot Stelzer.

Mit dem Bau der Kita will die Hansestadt auf einen steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen reagieren – Uelzens Erster Stadtrat Florian Ebeling berichtete bei der Bürgerinformationsveranstaltung, dass durch die eingeführte Gebührenfreiheit für Kita-Kinder in Niedersachsen sowie durch mehr berufstätige Eltern die Nachfrage zunimmt. Zeitnah sollen in Uelzen zusätzliche Angebote im Westen der Stadt geschaffen werden. Bereits im Herbst, Winter 2020 soll die neue Kita fertig sein.

50 Jungen und Mädchen im Alter von über drei Jahren sowie 30 Kindern im Alter von unter drei Jahren soll die Einrichtung Platz bieten. Für eine Eröffnung Ende des nächsten Jahres sollen erste Arbeiten bereits im Herbst 2019 erfolgen – so der derzeitige Zeitplan, wie Florian Ebeling erklärte.

Es handele sich um eine ambitionierte Planung, meinte André Kobus, der in der Nähe wohnt. Zumal aus Sicht der Anlieger viele Fragen noch nicht ausreichend geklärt seien. Ein Thema, das ihnen schwer im Magen liegt: der Verkehr.

Die Stadt habe verschiedene Varianten zur Zu- und Abfahrt geprüft, berichtete Alexandra Schuckenbrock, Mitarbeiterin der Verwaltung. Die geeignete Lösung sei, den Verkehr über die Propst-Raven-Straße zu führen. Ein Ausbau von Straßen wie bei anderen Varianten sei dabei nicht nötig. Für die Propst-Raven-Straße könnte, um Begegnungsverkehr zu verhindern, eine Einbahnstraßenregelung geschaffen werden. Bei den Anliegern löste diese Variante keine Jubelstürme aus, zumal sie nicht nur durch den Kita-Verkehr, sondern perspektivisch auch durch das neue Wohngebiet, das die Wohnungsbaugesellschaft gwk und die Heiligen-Geist-Stiftung auf angrenzenden Flächen errichten lassen wollen, gebeutelt seien.

Die Anlieger bringen eine alternative Lage der Kita ins Spiel. Sie könnte im westlichen Teil des Sportplatzes gebaut werden, regte André Kobus an. Eine Zufahrt könnte bei dieser Lage über die Waldstraße erfolgen. Dafür müsste aber eine Zuwegung von der Waldstraße bis zur Kita geschaffen werden, hält Florian Ebeling fest. Die Kosten dafür werde man einmal durchrechnen, versprach er.

Womöglich kann Florian Ebeling Zahlen Mitte August, Anfang September nennen. Dann ist ein Vor-Ort-Termin mit den Anwohnern angedacht.

VON NORMAN REUTER

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