Er leitete mehr als 20 Jahre Uelzens Verwaltung

Früherer Stadtdirektor Dr. Udo Hachmann verstorben

Udo Hachmann wurde 82 Jahre alt
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Der frühere Stadtdirektor Dr. Udo Hachmann starb am 6. Mai.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Der frühere Stadtdirektor Uelzens, Dr. Udo Hachmann, ist tot. Er hat sich um die Beziehungen zu anderen Städten verdient gemacht. Viele Jahre war er der Vorsitzende des Uelzener Kunstvereins. Hachmann wurde 82 Jahre alt.  

Uelzen – Er liebte die Musik von Johann Sebastian Bach und begeisterte sich für die Kunst. Als Stadtdirektor hat er die Uelzener Verwaltung mehr als zwei Jahrzehnte geleitet. Und er hat sich um die Beziehungen Uelzens zu anderen Städten besonders verdient gemacht. Nun ist Dr. Udo Hachmann am 6. Mai gestorben. Er wurde 82 Jahre alt.

In einem Gespräch mit der AZ erinnerte sich Udo Hachmann im vergangenen Jahr an seine Kindheit, wie er vor dem Radio saß und ein Stück von Johann Sebastian Bach hörte. „Das hat mich so erfasst, dass ich zu weinen begann“, erzählte er. Es war ein besonderer Moment, der ihn zur Musik des Komponisten führte. Musik und Kunst begleiteten ihn zeitlebens.

So hat er für 17 Jahre den Vorsitz des Uelzener Kunstvereins übernommen, der mit Ausstellungen das Interesse an Kunst und Künstler in der Stadt wachhalten will. 83 Werkschauen sind unter Udo Hachmanns Leitung auf die Beine gestellt worden – für die Ausstellungen saß er oft genug selbst in den Transportern, mit denen die Bilder aus Frankfurt, Stuttgart oder Berlin nach Uelzen gebracht wurden.

Renate Schmidt, langjährige Freundin der Familie Hachmann und stellvertretende Vorsitzende im Kunstverein, erinnert sich: „Er hat jede Arbeit gemacht. Ob nun Bilder aufzuhängen oder aber Künstler zu versorgen waren. Er kümmerte sich.“ Der Verein habe sehr von seinem Wissen und seinem Netzwerk profitiert.

Die Kontakte hatte Udo Hachmann unter anderem durch seine Arbeit knüpfen können. 24 Jahre war er Uelzens Stadtdirektor und damit Chef der Rathausverwaltung, als der Bürgermeisterposten noch ein Ehrenamt war.

Udo Hachmann wurde 1973 zum Stadtdirektor gewählt. 1985 folgte die Wiederwahl. Mit Beginn seiner Tätigkeit bei der Stadt – zunächst als Stadtrat – gestaltete er 1971 und 1972 die kommunale Neuordnung des Raumes Uelzen mit der Eingliederung von 16 Gemeinden im Rahmen der Gebietsreform. Seinem besonderen Engagement im Bereich der Wirtschaftsförderung war es zu verdanken, dass sich bedeutende Unternehmen ansiedelten. Er modernisierte die Stadtverwaltung und konnte mit den Bediensteten im Jahre 1997 das neue Rathaus beziehen.

In seiner Amtszeit wurden Schulen erweitert, neue Wohnbaugebiete erschlossen, die Stadtsanierung mit der Neugestaltung der Marktstraßen verwirklicht, das Schloss Holdenstedt als Kulturstätte eröffnet (1980) sowie der Sportpark am Königsberg (ab 1978) errichtet. Als bewegendsten Moment seiner Tätigkeit bezeichnete er die Grenzöffnung 1989.

„Die Hansestadt Uelzen verneigt sich in Anerkennung und Respekt vor der Lebensleistung von Dr. Udo Hachmann. Er hat mit großer Tatkraft zum Wohle der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger gewirkt. Sein Schaffen werden wir nicht vergessen, ebenso auch sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement“, sagt Bürgermeister Jürgen Markwardt.

In seinen Studienzeiten lernte Hachmann Frankreich kennen, war immer dem Internationalen aufgeschlossen. Weggefährten erinnern sich, dass er mit großer Begeisterung die Beziehungen Uelzens zu Partnerstädten in anderen Ländern mit Leben erfüllte. Ob nun zum französischen Rouen, Tikaré in Burkina Faso oder auch zu dem weißrussischen Kobrin. Von 1977 bis 1983 und noch einmal von 1985 bis 1989 stand Udo Hachmann dem Komitee für internationale Partnerschaften in Stadt und Landkreis Uelzen vor. Wenn Delegationen in die Partnerstädte reisten, fuhr Udo Hachmann mit. „Er sprach fließend französisch, bewies immer wieder großes diplomatisches Geschick“, berichtet Eckart Bohne, früherer Geschäftsführer des Komitees.

Um die Beziehungen lebendig zu halten, brauche es jemanden, der die Zügel in den Händen halte, der sich kümmere. „Es braucht einen Motor für die internationalen Beziehungen. Udo Hachmann war der Motor.“

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