Zuschlag bei gutem Eisverkauf

Uelzen: Froneri plant weitere Veränderungen – Bonus-System soll Weihnachtsgeld ersetzen  

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Das Froneri-Werk in Uelzen: Die Mitarbeiter müssen sich erneut auf Veränderungen einstellen.

Uelzen – Im Froneri-Werk in Uelzen soll zum Jahresende nicht nur die Tiefkühlbackwaren-Abteilung aufgelöst werden. Das Unternehmen will das Weihnachtsgeld auch durch ein Bonus-System ersetzen. Und: Die Löhne sollen unterhalb des Tarifs eingefroren bleiben.

In den nächsten Monaten werden Unternehmensvertreter, Betriebsrat und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) wieder wegen des Uelzener Froneri-Werks zu Verhandlungen zusammenkommen. Es wird dabei nicht nur um das in der vergangenen Woche angekündigte Aus für die Tiefkühlbackwaren-Abteilung gehen.

Matthias Casanova, Froneri

Wie Froneri-Geschäftsführer Matthias Casanova bestätigt, will das Unternehmen das bisher gezahlte Weihnachtsgeld durch ein Bonus-System ersetzen. Und: Nach zwei Nullrunden zahlt Froneri in Uelzen keine Tariflöhne mehr. Das soll so auch bleiben, erklärt Casanova – „um den Wettbewerbsvorsprung in den nächsten Jahren nicht zu verlieren“.

Die Begriffe „Wettbewerbsvorsprung“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ sind Begriffe, die in Sachen Uelzener Eiswerk wieder zu hören sind. Als Froneri 2017 erstmals einen Sparkurs und Einschnitte im Uelzener Werk ankündigte, fallen die Begriffe bereits. Nach Monaten der Verhandlungen stand seinerzeit ein Abbau von Stellen fest. Löhne wurden eingefroren und das Weihnachtsgeld beschnitten. Nach Angaben Casanovas wurden zuletzt 70 Prozent des Weihnachtsgeldes ausgezahlt. In den nächsten Jahren soll die Gratifaktion laut geschlossener Vereinbarung wieder auf 100 Prozent ansteigen.

Casanova spricht sich aber für einen Bonus statt Weihnachtsgeld aus. In anderen Bereichen von Froneri gebe es bereits ein solches System, schildert er auf AZ-Nachfrage. 2017 seien dort 100 Prozent und 2018 sogar 117 Prozent ausgezahlt worden. Maximal könnten 120 Prozent ausgeschüttet werden.

Steffen Lübbert, NGG

Eine Gratifikation, die sich am Unternehmensergebnis orientiert – dazu sagt Steffen Lübbert von der NGG: „Die Mitarbeiter im Werk machen immer eine gute Arbeit, ob nun viel oder wenig Eis gegessen wird.“ Deshalb sei ein Bonus-System schwierig.

Für Beschäftigte der Süßwaren-Industrie in Niedersachsen mit Tariflöhnen gab es 2018 und 2019 jeweils Anpassungen. Die Werksmitarbeiter in Uelzen profitierten nicht davon. Nullrunden wurden vereinbart – „um wettbewerbsfähiger“ zu sein.

Nach Angaben der Gewerkschaft NGG liegen die Löhne bei 94,5 Prozent des Tarifniveaus, festgeschrieben bis 2021. Danach könnten sie wieder angepasst werden, so Steffen Lübbert. Vom Unternehmen sei nun signalisiert worden, dass über das Jahr 2021 hinaus die Löhne unter dem Tarif bleiben sollen. Darüber werde zu sprechen sein, sagt Steffen Lübbert im AZ-Gespräch.

VON NORMAN REUTER

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