Stadt will Entwicklungskonzept für 50.000 Euro erstellen / SPD fordert, Bulleninsel nicht anzutasten

Uelzen: Fördergelder für Ilmenau-Auen?

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Uelzens Ilmenau-Auen sollen in das Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ aufgenommen werden, wodurch künftige Maßnahmen zur Aufwertung der Auen mit bis zu zwei Drittel bezuschusst werden könnten. Die SPD fordert, die Bulleninsel dabei unangetastet zu lassen.

Uelzen. Ein Fluss, umsäumt von alten Weiden und Erlen, schlängelt sich malerisch durch die Umgebung. Die Vögel zwitschern, Frösche quaken, und in den Sommermonaten sieht man scharenweise Libellen und Fliegen über das ruhige Wasser gleiten.

Uelzens Ilmenau-Auen prägen seit jeher das Stadtbild. Die Idee, diesen innerstädtischen Naturraum aufzuwerten, gibt es bereits seit Ende der 90er, doch passiert ist seitdem wenig. Zuletzt rückten die Auen gemeinsam mit dem Projekt Ilmenausee in den Fokus der Politik, aber nachdem sich der Stadtrat im Juni mehrheitlich gegen den Bau eines Sees entschieden hat, war auch eine zeitnahe Aufwertung des Grüngürtels vom Tisch – vorerst. Denn nun hat die Verwaltung der Hansestadt vorgeschlagen, die Ilmenau-Auen nördlich der Gudestorbrücke in das Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ aufzunehmen – so, wie es auch in der Debatte rund um den Ilmenausee vorgesehen war.

Das Städtebauförderprogramm von Bund und Land fördert Maßnahmen zur Verbesserung der urbanen grünen Infrastruktur mit bis zu zwei Drittel der Kosten. Die Anlage von Gärten oder Plätzen zum Boule spielen, ein Mehrgenerationenspielplatz, Brunnen oder Fontänen – für solche Maßnahmen müsste die Stadt dann lediglich ein Drittel der Kosten tragen.

Was verlockend klingt, hat aber auch einen Haken: Um in das Förderprogramm aufgenommen zu werden, müsste die Verwaltung ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erstellen und entsprechende Voruntersuchungen zu möglichen Baumaßnahmen durchführen. Die Kosten dafür werden auf 50.000 Euro geschätzt, die aus Eigenmitteln des städtischen Haushalts fließen müssten.

Dafür soll ein Teil des Sperrvermerks über 106.000 Euro, der im Haushalt 2018 für das Planfeststellungsverfahren Ilmenausee vorgesehen war, aufgehoben werden. Die endgültige Entscheidung wird der Stadtrat noch in diesem Jahr treffen. „Eine Aufnahme in das Programm ‘Zukunft Stadtgrün’ ist frühestens möglich für das Jahr 2021“, heißt es in dem Antrag. Dafür müssten Untersuchungen und ISEK bis zum Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. „Mit der Umsetzung der Maßnahmen könnte voraussichtlich 2022 bis 2023 begonnen werden.“

Klaus Knust

In der Politik steht man der Aufwertung der Ilmenau-Auen positiv gegenüber. Der Zukunftsausschuss der Hansestadt hat bereits empfohlen, die Mittel außerplanmäßig bereitzustellen. Darüber, welche Bereiche tatsächlich in die Planungen miteinbezogen werden sollen, gab es jedoch Diskussionen. So forderte die SPD in einem Parallel-Antrag, die Bulleninsel außen vor zu lassen. „Die Insel soll nicht betreten werden“, sagt der Vorsitzende Klaus Knust. „Das Kleinod soll erhalten bleiben.“ In der Vergangenheit gab es Überlegungen, die Bulleninsel in Form eines Steges, der über die Insel führen könnte, für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Das möchte die SPD verhindern, weil sie glaubt, dass Tiere und Pflanzen auf der Insel dadurch massiv gestört würden. Im Zukunftsausschuss bekamen sie dafür jedoch keine Mehrheit: „Der Antrag der SPD ist erst einmal obsolet“, befand Ralf Munstermann (UWG). Es gehe jetzt darum, die Untersuchungen auf den Weg zu bringen. Die Details könne man später in den Fraktionen diskutieren.

Von Sandra Hackenberg

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