Zutritt nur für Geimpfte und Genesene: Veranstalter gehen diesen Weg

Uelzen feiert mit 2G-Regel

Aktuell können die Veranstalter im Landkreis Uelzen wählen, ob die 3G- oder die 2G-Regel greifen soll. Erhalten nur Geimpfte und Genesene Zutritt, was der 2G-Regel entspricht, fallen Auflagen wie Maskenpflicht weg.
+
Aktuell können die Veranstalter im Landkreis Uelzen wählen, ob die 3G- oder die 2G-Regel greifen soll. Erhalten nur Geimpfte und Genesene Zutritt, was der 2G-Regel entspricht, fallen Auflagen wie Maskenpflicht weg.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
    schließen

Ab dem morgigen Sonnabend gilt im Landkreis Uelzen, dass in vielen Bereichen nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Zutritt haben.

Aufgrund der Infektionslage greift die 3G-Regel. Das Land erlaubt aber Veranstaltern, freiwillig noch ein schärfere Schwert zu führen und dann nur noch Geimpften und Genesenen ein Einlass zu gewähren. Dann fallen sogar Auflagen wie Maskenpflicht und Abstandhalten weg. Und Veranstalter im Landkreis wollen diesen Weg gehen, wie eine AZ-Abfrage zeigt.

Uelzen/Landkreis – Maske auf, Maske ab – sowie Abstandhalten zum Vordermann. Das ist Alltag. Jetzt erlaubt das Land mit der neuen Corona-Verordnung vom Mittwoch Veranstaltern, lediglich Geimpften und Genesenen Zutritt zu Konzerten, Theaterstücken und Festen zu gewähren, womit dann auch die Pflicht zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckungen und des Abstandhaltens entfällt. Eine AZ-Nachfrage zeigt, Veranstalter im Landkreis setzen auf diese 2G-Regel.

Ulrich Gustävel hat Milow und Axel Prahl für Konzerte im November und Dezember in der Jabelmannhalle gewinnen können, Ende des kommenden Monats will er ein Oktoberfest in der Halle ausrichten. Für all das gilt die 2G-Regel. Gustävel hatte mit ihr bereits geliebäugelt, als das Land sie vergangene Woche in Aussicht stellte. „Unsere Besucher können sich dann freier bewegen. Wir wollen, dass sie sich wohlfühlen“, begründet er die Entscheidung.

Auch die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) mit ihren Veranstaltungen und Gesundheitsangeboten in der Kurstadt geht diesen Weg. Ines Utecht vom Marketingbereich der BBM: „Wir wollen es unseren Gästen erleichtern und es ihnen so angenehm wie möglich machen.“

BBM führt Regel ab Oktober ein

Ohne es zwingend vom Gesetzgeber her zu müssen, hatte die BBM bereits angesichts der Infektionslage im Landkreis Uelzen für ihre Veranstaltungen vor zwei Wochen die 3G-Regelung, als nur Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete, eingeführt. Aus diesen beiden Wochen weiß die BBM, so führt Utecht aus, dass gut 80 bis 90 Prozent ihrer Besucher ohnehin geimpft seien, weswegen nicht mit größerer Verwerfung gerechnet werde, wenn nun die weitere Zutrittsbeschränkung kommt.

Wichtig: Für Konzerte der BBM gilt ab Oktober die 2G-Regel, für Sport- und Gesundheitsangebote ab November. Weil für die Gesundheitsangebote auch die Trainer und Fitnesscoaches einzubinden seien, habe man sich hier auf einen größeren Vorlauf verständigt.

Das Team des Neuen Schauspielhauses in Uelzen will bei der Vorstandssitzung am kommenden Dienstag darüber beraten, ob 2G zur Anwendung kommt, wie der Vorsitzende Johannes Vogt-Krause gestern der AZ sagt, er persönlich neige zu dieser Lösung, weil das Neue Schauspielhaus ohnehin eher Ältere anziehe, die in den meisten Fällen geimpft seien. Außerdem erlaube die 2G-Regel, mehr Besucher für Veranstaltungen in dem kleinen Theater zuzulassen. Aktuell dürfen nur 50 Tickets verkauft werden.

Noch vor 14 Tagen hatte Ralf Henkel vom Zeltverleih und Veranstaltungsservice „Dans up de Deel“ schweren Herzens, wie er damals sagte, das Oktoberfest auf dem Herzogenplatz abgesagt, weil er hätte sicherstellen müssen und dafür auch gehaftet hätte, dass in jedem Fall Masken getragen werden. Dass nun wenig später eine Verordnung komme, die Möglichkeiten jenseits der Maskenpflicht erlaube, sei ärgerlich, sagt er gestern. Aber: Er plant nun – mit der 2G-Regel – vom 8. bis 10. Oktober ein Event auf dem Festplatz in Westerweyhe.

Als Bockbierfest ist es deklariert, tatsächlich solle aber dort das Uelzener Oktoberfest nachgeholt werden, schildert Henkel. So werde die Gruppe „Die Allgeier“ auftreten, die schon auf dem Herzogenplatz hätten spielen sollen. Für mehr als 1000 Besucher wird ein Festzelt aufgestellt.

Auch wenn die 2G-Regel Anwendung finde, sei vorgesehen, dass für all jene, die sicher sein wollen, dass sie kein Fall eines Impfdurchbruchs oder einer Zweiterkrankung seien, eine Teststation vor Ort einzurichten. Die 2G-Regel werde am Freitag und Sonnabend gelten.

Veranstalter erwarten keinen Ärger

Für Sonntag, 10. Oktober, ist ein Jazz-Brunch geplant. „Damit beleben wir wieder eine Tradition in Westerweyhe“, erklärt Ralf Henkel. Hier solle die 3G-Regel Anwendung finden, weil hier das Sitz- und Veranstaltungskonzept ein anderes sei.

Die 2G-Regel können Veranstalter unabhängig von der Infektionslage wählen. Allerdings muss man wissen: Verschärft sich die Lage zusehends und gilt die Warnstufe 3, das heißt eine Hospitalisierung landesweit von mehr als 11 und eine Inzidenz von mehr als 200 im Landkreis oder sind mehr als 20 Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, so gilt verpflichtend 2G.

Dass sich die Veranstalter mit ihren freiwilligen Entscheidungen für 2G zum jetzigen Zeitpunkt womöglich Ärger mit jenen einhandeln, die weder geimpft oder genesen und damit ausgeschlossen sind, wird nicht als Baustelle gesehen. Ines Utecht von der BBM verweist noch einmal auf die ohnehin hohe Zahl ihrer Besucher, die geimpft sei. „Und wir haben jetzt vereinzelt Diskussionen, und werden die dann auch zukünftig haben“, sagt Utecht.

Ulrich Gustävel meint: Sicher habe nun der Gesetzgeber mit der Option den Schwarzen Peter in Sachen Infektionsschutz den Veranstaltern zugeschustert. Aber wenn es um Zulassungsbeschränkungen gehe, dann seien solche jetzt bereits zu finden. Wolle jemand ins Casino, und tauche dort mit Turnschuhen und Hawai-Hemd auf, erhalte er keinen Einlass.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare