Strecke zwischen Uelzen und Stendal im benachbarten Sachsen-Anhalt soll zweigleisig ausgebaut werden

Uelzen: Fast 270 Züge auf der Amerika-Linie

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Deutlich mehr Züge, so die Prognose, werden bei einer ausgebauten Amerika-Linie durch den Landkreis fahren – unter anderem auch durch Wieren. Autofahrer werden stärkeren Verkehr an den Bahnübergängen zu spüren bekommen.

Uelzen – Die Amerika-Linie soll zwischen Uelzen und Stendal im benachbarten Sachsen-Anhalt zweigleisig ausgebaut werden. So werden Zugzahlen steigen, was für mehr Lärm und häufiger geschlossene Schranken sorgen wird. Die Bahn stellt in diesen Wochen den aktuellen Planungsstand vor.

Andreas Hartwig, Leiter des Projektes

2025 sollen die Bagger rollen, drei Jahre später dann die Züge. Die Deutsche Bahn ist dabei, den Ausbau der Amerika-Linie auf der Strecke von Uelzen bis nach Stendal vorzubereiten. Durchgängig zwei elektrifizierte Gleise sollen für den Bahnverkehr zur Verfügung stehen. Auf der Strecke werden dann voraussichtlich täglich 180 Güterzüge, 86 Nahverkehrszüge und zwei Fernverkehrszüge fahren. Das ist die aktuelle Prognose zu den Verkehrszahlen für die ausgebaute Strecke, die jetzt bei einem Info-Abend im Hotel „Deutsche Eiche“ vom Projektverantwortlichen Andreas Hartwig vorgestellt wurde.

Kommt es so, wie die Prognose sagt, werden deutlich mehr Züge als gegenwärtig auf der Strecke fahren. Andreas Hartwig berichtet von etwa 50 Güterzügen, die zurzeit auf dem Abschnitt rollen.

Bei der Prognose wird unterstellt, dass Gleiskapazitäten auf der Nord-Süd-Strecke, von Hamburg kommend, ebenfalls erweitert werden – Stichwort Alpha E. Die 268 erwarteten Züge für die Amerika-Linie werden die West-Ost-Verbindung gut auslasten. Große Kapazitäten werde es nicht geben, „wir kommen schon so an die Grenzen, die prognostizierten Züge auf die Strecke zu bringen“, sagte Hartwig.

Rollen die fast 270 Züge, hat das Folgen für die Menschen, die an der Strecke wohnen. Aktuell, so Hartwig, laufen die Untersuchungen zur Frage, wie sich der stärkere Verkehr auf die Lärmsituation auswirkt. Erste Ergebnisse hatte Andreas Hartwig schon dabei.

Niendorf II bereite beispielsweise der Bahn Probleme, Vorgaben zum Lärmschutz umzusetzen. Wegen gleich drei Bahnübergängen könnten Lärmschutzwände nicht durchgängig gezogen werden. Wenn auch besonders fein geschliffene Gleise und Schienendämpfer nicht ausreichten, so bleibe nur noch, die Wohnhäuser der Gleisanlieger mit besonderen Fenstern auszurüsten. Im kommenden Jahr sollen die Untersuchungen zur Lärmsituation abgeschlossen sein, erklärte Hartwig gegenüber der AZ.

Eine Zunahme des Verkehrs wird auch an Bahnübergängen spürbar sein. Die Schließzeiten von Schranken pro Stunde werden sich deutlich erhöhen – Hartwig spricht von einer „Verdreifachung, teils Vervierfachung“. Beispiel: Bahnübergang an der Kreisstraße 7 von Niendorf II nach Wrestedt. Aktuell sind die Schranken tags und nachts etwa 4 bis 5 Minuten pro Stunden unten. Bei einer zweispurig ausgebauten Verbindung, bei der die prognostizierten Zugzahlen erreicht werden, wird der Bahnübergang 15 bis 16 Minuten pro Stunde bei Tag und 19 bis 20 Minuten pro Stunde bei Nacht geschlossen sein.

Kreis, Kommunen oder das Land haben – je nachdem, wer für die betroffenen Straßen zuständig ist – zu bewerten, ob die Vorgaben zum Rettungsdienst noch erfüllt werden können und der Verkehr auch noch vernünftig fließt. Hartwig berichtete, dass es hier aktuell eine Prüfung dazu gebe.

Der Projektverantwortliche wird in der nächsten Woche bei weiteren Info-Abenden im Landkreis erneut die Zahlen vorstellen: Dienstag, 15. Oktober, im Landgasthaus Alt Wieren und Mittwoch, 16. Oktober, im Dorfgemeinschaftshaus Soltendieck. Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 18.30 Uhr.

VON NORMAN REUTER

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