Risikoreicher Spurwechsel

Uelzen: Fahrschullehrer Peter Kroos beklagt „brenzlige Situationen“ an B4-Abfahrt

Peter Kroos achtet als Fahrschullehrer besonders auf Verkehrsführung und Straßenbeschilderung. Mancherorts an der B4 steigt bei ihm der Blutdruck.
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Peter Kroos achtet als Fahrschullehrer besonders auf Verkehrsführung und Straßenbeschilderung. Mancherorts an der B4 steigt bei ihm der Blutdruck. 

Uelzen – Peter Kroos ist als Fahrschullehrer täglich auf den Straßen des Landkreises unterwegs. Auf der Bundesstraße 4 steigt bei ihm der Blutdruck.

Nicht nur, weil er Autofahrer erlebt, die durch riskante Manöver auffallen, sondern weil mancherorts Verkehrsführung und Straßenbeschilderung, die er als Fahrschullehrer besonders im Blick hat, seiner Ansicht nach „zu brenzligen Situationen“ führen.

Die Bundesstraße im Uelzener Stadtbereich in Höhe der Zu- und Abfahrten Nordallee und Uelzena/Hafen: Zwei Fahrspuren sind angelegt. Die linke kommt von Norden aus und führt geradeaus in Richtung Süden. Die rechte startet an der Zu- und Abfahrt Nordallee und es handelt sich dabei um eine Abbiegespur. Wer von der Nordallee auf die B4 fährt, kann auf die linke Spur wechseln, um weiter Richtung Süden zu rollen – oder bleibt rechts, um wenige hundert Meter später wieder in Richtung Stadt zu fahren. Kroos berichtet von Beinahe-Unfällen in diesem Abschnitt. „Gerade erst neulich hätte es fast wieder gekracht“, so der Fahrschullehrer.

Ein Zustand, den er nur schwer aushält. „Es geht mir um die Verkehrssicherheit der Menschen“, sagt er. Verantwortlich für die Situation sei die aufgebrachte Markierung in diesem Bereich. 2016, bei der Sanierung der B4, habe es hier eine Veränderung gegeben.

Der Abfahrtsbereich an der B4 in Höhe der Kläranlage. Kroos moniert die Fahrbahnmarkierung.

An anderen Zu- und Abfahrten der B4, so Kroos, sei eine sogenannte Blockmarkierung zu finden. Das sind breite Striche. Sie signalieren einen Zu- und Abfahrtsverkehr und zugleich sind Verkehrsteilnehmer angehalten, auf ihrer Spur zu bleiben, wenn sie eben nicht auf- oder abfahren wollen. Bis 2016 habe es auch eine solche Blockmarkierung im Bereich Nordallee/Uelzena gegeben, sagt Kroos. Heute sei dort lediglich eine normal-gestrichelte Markierung zu finden – und genau dies schaffe die Probleme. Denn: „Es gilt das Rechtsfahrgebot.“ In der Praxis sei so zu erleben, dass gerade Lkw von auswärts, die aus Richtung Norden kommen, im besagten Bereich nach rechts wechseln würden, dann feststellten, dass es sich um eine Abbiegespur handele und schließlich wieder nach links ziehen. Der verstärkte Spurwechsel führe zu einem größeren Unfallrisiko, findet Kroos.

Wirklich sicher war die Lösung bis 2016 mit der Blockmarkierung aber auch nicht, hält die Hansestadt Uelzen dagegen. Sie erklärt: Mit der neu aufgebrachten schmalen Markierung gelte, dass Autofahrer auf der rechten Abbiegespur nicht schneller sein dürften als Fahrzeuge auf der linken Geradeausspur. Ein Überholen rechts sei nicht zulässig. Mit der Blockmarkierung bis 2016 sei das noch erlaubt gewesen und auch praktiziert worden, was teils prekär gewesen sei.

Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der Straßenmeisterei Uelzen, erklärt, der bemängelte Bereich sei gut 700 Meter lang. Selbst wenn Lkw aus Unwissen auf die rechte Spur wechseln würden, bleibe noch genügend Platz für einen erneuten Spurwechsel. Schilder würden zudem die rechte Fahrbahn als Abbiegespur kennzeichnen.

Ungeachtet dessen kündigt die Hansestadt eine Überprüfung der Verkehrslage an.

Auch an anderer Stelle der B4 versteht Kroos die Welt nicht. Nördlich von Emmendorf ist ein Parkplatz zu finden. In dem Bereich gilt Tempo 70, unmittelbar bevor Autofahrer vom Parkplatz wieder auf die B4 fahren, wird die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben. „Wer vom Parkplatz kommt, wird also mit beschleunigendem Verkehr konfrontiert.“ Kapak-Wendt erklärt, dass die Tempo-Begrenzung nicht im Zusammenhang mit dem Parkplatz stehe, sondern mit den Bushaltestellen und einer Querung nördlich davon. Andernorts hätten an Parkplätzen Autofahrer mit Tempo 100 im fließenden Verkehr klarzukommen. Kroos: Mehr Sicherheit würde es aber bringen, wenn man die 70er-Zone bis hinter den Parkplatz einrichtet. Einen größeren Aufwand stelle das nicht dar.

Peter Kroos könnte noch viele Beispiele benennen, wo er Verbesserungsbedarf sieht. Er ist ja täglich auf den Straßen unterwegs.

VON NORMAN REUTER

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