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Uelzen: Dreiste Müllsünder „überführt“ – Stadt leitet Verfahren ein

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Von: Lars Becker

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Am Hammersteinplatz wurde Müll illegal entsorgt. Die Verursacher wurden ermittelt. Auch dank der Schilder an fast allen Container-Standorten, die im vergangenen Jahr angebracht worden waren, geben mehr Bürger Hinweise auf potenzielle Sünder.
Am Hammersteinplatz wurde Müll illegal entsorgt. Die Verursacher wurden ermittelt. Auch dank der Schilder an fast allen Container-Standorten, die im vergangenen Jahr angebracht worden waren, geben mehr Bürger Hinweise auf potenzielle Sünder. © Hansestadt Uelzen

Im vergangenen Sommer hatte die Hansestadt damit begonnen, an allen Standorten von Glas- und Altkleidercontainern Schilder mit provokanten Sprüchen montieren lassen, die potenzielle Müllsünder bei der Ehre packen und vom illegalen Entsorgen abhalten sollen.

Uelzen – Die AZ hat gefragt: Wie fällt nun die Zwischenbilanz im Rathaus aus? „Wir haben an einigen Standorten weniger Müllablagerungen und eine Verbesserung der Situation erreicht. Und wir bekommen mehr Hinweise aus der Bevölkerung. So konnten einige Müllsünder ermittelt werden“, erklärte dazu Stadtsprecherin Ute Krüger.

Schilder leisten positiven Beitrag

Sie weiß natürlich, dass sich die Zustände an den Container-Standorten nicht allein durch die Schilder grundlegend ändern können. „Aber die Schilder können einen positiven Beitrag leisten. Dies können wir nun nach bisherigen Erfahrungen bestätigen“, so Krüger, die ergänzt: „Wichtig ist uns, in sieben Sprachen zu informieren, dass kein Müll neben die Container gekippt werden darf und dass die Bürgerinnen und Bürger mit einem QR-Code die Möglichkeit haben, wilden Müll und Müllsünder sofort zu melden.“ Man werde weiterhin versuchen, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. So seien auch in diesem Jahr wieder Aktionen für die Sauberkeit der Hansestadt geplant.

Inzwischen seien alle 24 Standorte im Stadtgebiet beschildert worden – mit einer Ausnahme: In Westerweyhe, werde derzeit geprüft, den Standort zu verlegen. Die Kosten für die Schilder-Kampagne beliefen sich für die Stadt auf rund 7000 Euro.

Wie wichtig es ist, dass Bürger auf potenzielle „Müllsünder“ hinweisen, kann die Stadtverwaltung tatsächlich mit konkreten, aktuellen Fällen belegen: In den letzten Wochen seien weitere Verursacher ausfindig gemacht worden. In fünf Fällen habe die Hansestadt Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Die entscheidenden Hinweise seien dabei teilweise aus der Bevölkerung gekommen, zudem hätten hinterlassene Adressaufkleber zu den Verursachern geführt.

Auch an der Niendorfer Straße haben Unbekannte Müll abgeladen.
Auch an der Niendorfer Straße haben Unbekannte Müll abgeladen. © Hansestadt Uelzen

An den Altglascontainern am Hammersteinplatz und an der Luisenstraße sowie am Störtenbütteler Weg und in Klein Süstedt am Waldrand stellten dreiste Zeitgenossen Kisten mit Papier, Pokalen, Verpackungen, eine Stereo-Anlage, Lampen, ein Kinder-Elektroauto, einen Kindersitz und einiges mehr ab. In der Niendorfer Straße wurden alte Möbel, ein Kühlschrank, Matratzen und Kleinteile einfach am Straßenrand vor fremden Häusern entsorgt.

Ex-Uelzener muss 500 Euro zahlen

„Auf die Verursacher wartet nun ein Bußgeld. Zudem haben sie die Entsorgung zu zahlen. Die Öffentlichkeit ist sensibler geworden. Wir sind dankbar für jede Meldung, der wir nachgehen können, damit Müllsünder nicht ungestraft davonkommen“, sagt Ute Krüger.

Ein Verfahren gegen einen ehemaligen Hansestädter, der im November am Hammerstein-Parkplatz illegal seinen Abfall hinterlassen hatte (AZ berichtete), sei inzwischen abgeschlossen worden. Der Mann habe 350 Euro Bußgeld sowie knapp 150 Euro für die Entsorgung der Abfälle und für die Kosten des Verfahrens zahlen müssen – ein weiterer Etappensieg im Kampf gegen den Müll.

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