Konzept für Stadtmarketing steht: Spätestens ab 1. Januar soll es losgehen

Uelzen-Card und Shopping-App

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Das Konzept sieht vor, dass die Attraktionen der Stadt wie Hundertwasser-Bahnhof oder St.-Marienkirche beworben werden und der Handel eine Shopping-App bekommt.

Uelzen. Es geht um nichts weniger als um eine gute Zukunft für die Hansestadt Uelzen. Daran lässt Bürgermeister Jürgen Markwardt am Montagabend keine Zweifel aufkommen, als er im Ratssaal am Rednerpult steht: „Wir stehen vor zwei chancenreichen Jahrzehnten.

Es liegt an uns, sie zu nutzen“, sagt er. Und Uelzen wolle sich zukunftsfähig aufstellen, ein Baustein dabei: ein neues Stadtmarketing.

Das sind Projekte, die die Lebensqualität erhöhen, die die Stadt attraktiver für Neubürger erscheinen lassen und Unternehmen signalisieren, dass Uelzen ein lohnenswerter Standort für sie ist. Im Idealfall bedeutet das: mehr und zufriedene Einwohner, reichlich Arbeitsplätze und ein lebendiges Kulturleben. Spätestens zum 1. Januar 2019 sollen Stadtmarketing-Projekte in Angriff genommen werden. Das sieht ein 180 Seiten starkes Konzept vor, das in den vergangenen Monaten von der Glücksburg Consulting AG (GLC) mit Unterstützung von Uelzenern erarbeitet und am Montag erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Martin Weigel

Demnach würde zu Beginn zunächst ein Unternehmen damit beauftragt, die ersten Projekte anzuschieben; eine Liste mit Ideen gibt es bereits (Siehe Auf einen Blick). Zwei Jahre solle der Dienstleister tätig sein, schildert Professor Martin Weigel von der GLC vor etwa 60 Zuhörern. Im Anschluss würde das Stadtmarketing in kommunale Hände übergeben – eine Organisationsform, mit der langfristig gearbeitet werden könne, sei noch auszusuchen. Vorstellbar sind ein Eigenbetrieb, wie er von der Stadt schon beispielsweise für die Pflege der Grünanlagen unterhalten wird, oder auch eine kommunale GmbH. Aber, das betonte Weigel besonders, es sei vor allem ein Kümmerer nötig, der „bereits schon einmal im Stadtmarketing tätig war, der in Uelzen lebt, die Projekte mit Leben erfüllt, Netzwerke knüpft und auf die Uelzener zugeht.“.

Denn der Kern von erfolgreichem Stadtmarketing sei nicht, dass man warte, bis jemand mit einem Anliegen auf einen zukomme, sondern sich vielmehr seiner Holschuld bewusst sei. „Jeder Bürger, der eine gute Idee hat, ist abzuholen“, so Weigel. Gleichzeitig sei es Aufgabe auch der Bürger, sich einzubringen und auch konstruktiv mitzuarbeiten. „Es darf nicht immer nur wechselseitige Vorwürfe geben“, so Weigel.

Bei der Suche nach einem externen Dienstleister ist die Stadt Uelzen nicht frei in ihrer Wahl. Es habe eine europaweite Ausschreibung stattzufinden, erklärt Linda Vogt-Gröncke von der GLC. Für diesen Prozess seien mindestens fünf Monate einzuplanen. In der kommenden Woche, am Mittwoch, soll das Konzept der Uelzener Politik vorgestellt werden, die einen Beschluss zu fassen hat, bevor ein Startschuss fallen kann. Was übrigens Vergleiche mit dem Sport betrifft – Jürgen Markwardt am Montag: „Wir wollen nicht der HSV sein. Wir werden auch nicht der HSV sein.“

Von Norman Reuter

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Auf einen Blick

Die Starter-Projekte:

Die Uelzener wurden befragt, Arbeitsgruppen tagten – insgesamt 80 Ideen für die Stadt sind dabei zusammengetragen worden. Gut ein Dutzend Projekte sollen zum Start in Angriff genommen werden.

Ein Überblick:

  • Mithilfe einer Kampagne, beispielsweise durch Publikationen, soll das Stadtmarketing den Bürgern näher gebracht werden.
  • Leerstehende Geschäfte sollen für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen genutzt werden.
  • Ein Netzwerk aus Kulturschaffenden soll entstehen, damit Termine besser miteinander abgestimmt werden.
  • Auch neue Veranstaltungen sollen organisiert werden – beispielsweise ein Bürgerpicknick.
  • Sofern der Ilmenausee gebaut wird, soll er als Attraktion beworben werden.
  • Für Tagestouristen sollen spezielle Pakete geschnürt werden, mit denen sie verschiedene Ausflugsziele ansteuern können.
  • Eine Uelzen-Card, die Rabatte für Uelzener Geschäfte und Restaurants gewährt, soll aufgelegt werden.
  • Eine Shopping-App soll entstehen, über die Uelzener Geschäftsleute ihre Produkte anbieten können.
  • Ein Gestaltungskonzept für die Innenstadt soll erarbeitet werden, damit es ein einheitliches Erscheinungsbild in den Straßen gibt.
  • Paten für Neubürger sollen gefunden werden; mit ihnen könnten die Zugezogenen die Stadt kennenlernen.
  • Ansiedlung eines Hochschulinstituts im Bereich Ernährungswirtschaft, die mit Nordzucker, Uelzena und Froneri stark in der Stadt vertreten ist.
  • Mithilfe der sozialen Netzwerke soll die Stadt beworben werden.

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