Naturpfad, neue Brücke und Fontäne

Uelzen: Büro stellt Ideen für Ilmenau-Wiesen und Herzogenplatz vor

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Die Ilmenau-Wiesen und Gestaltungsideen im Überblick: Für Besucher des Informationsabends hatte das Stadtentwicklungsbüro Kartenmaterial vorbereitet.

Uelzen – Eine zusätzliche Fußgängerbrücke über die Ilme-nau, ein Naturerlebnispfad an der Arbeitsagentur und Wasserspiele auf dem Herzogenplatz: Ein beauftragtes Büro für Stadtentwicklung aus Hamburg hat Ideen für die Gestaltung der Ilmenau-Auen und angrenzender Flächen zusammengetragen.

Bei einem Informationsabend am Dienstag sind sie vorgestellt worden. Uelzener haben ihre Meinung dazu sagen und eigene Ideen einbringen können.

Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull nannte die Ilmenau zu Beginn des Abends ein „Juwel“, das die Hansestadt Uelzen besitze. Es gehe bei dem Projekt darum, die Umgebung so zu gestalten, dass sie mehr Aufenthaltsqualität biete. Bei einer Untersuchung der Suderburger Ostfalia-Hochschule erklärten 50 Prozent der befragten Uelzener, dass sie die Ilmenau-Wiesen nur durchqueren würden, um von A nach B zu kommen.

Wege sind sanierungsbedürftig

Sich mit den Ilmenau-Auen zu befassen, geht auf die Zeiten zurück, in denen ein See am Herzogenplatz diskutiert worden war. Seinerzeit war das Programm „Stadt-Grün“ entdeckt worden. Fördermittel standen für den See in Aussicht, allerdings nur, wenn auch der angrenzende Grüngürtel umgestaltet würde. Letztlich fand der See keine politische Mehrheit, die Gestaltung der Ilmenau-Wiesen sollte aber als Projekt weiter vorangetrieben werden.

Die „Lange Brücke“ muss saniert werden. Sie soll breiter werden und Sitzgelegenheiten bieten.

Zunächst ist eine Bestandsanalyse erfolgt. Lena Kallischko vom beauftragten Stadtentwicklungsbüro berichtete am Dienstag vor etwa 40 interessierten Bürgern von sanierungsbedürftigen und fehlenden Wegen in den Auen, von einer teils versteckten Ilme-nau und Plätzen, die nicht zum Verweilen einladen würden. Betrachtet wurde der Flusslauf von der Birkenallee bis zum Badue.

Erlebnispfad für Spaziergänger

Lena Kallischko stellte die Ideen vor.

Um die Ilmenau besser erleben zu können, regte Kallischko eine zusätzliche Brücke über die Ilmenau am Taterhof sowie einen neuen Weg im nördlichen Bereich auf der Seite der Kleingartenanlage an. Auf der Wiesenfläche am Herzogenplatz mit den Steinen der Elemente von Dagmar Glemme könne ein Spielplatz entstehen, der das Thema Wasser aufgreife. Auf dem Herzogenplatz selbst könne ein Fontänenfeld geschaffen werden, das zulasse, dass der Platz auch künftig noch für Veranstaltung genutzt werden könnte.

Am Ratsteich sowie im Bereich des Basketball-Käfigs an der Veerßer Straße schlug Kallischko einen stärkeren Rückschnitt vor, sodass Ilmenau und Wasserflächen besser wahrzunehmen seien. In Höhe der Arbeitsagentur könne ein Naturerlebnispfad errichtet werden.

Eine Idee, die Heinz Meierhoff, früherer Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, aufgriff. Er könne sich vorstellen, so sagte er, dass in Uelzen eine Kindergartengruppe entstehe, die ähnlich wie bei einem Waldkindergarten vor allem im Freien aktiv ist. Für eine solche Gruppe, aber auch für Schüler könnten die Ilmenau-Auen zu einem grünen Spiel- und Klassenzimmer werden.

Oliver Homann-Stahl war aus Bienenbüttel, wo er einen Kanu-Verleih betreibt, nach Uelzen gekommen, um zu fragen, ob es denn Pläne gebe, Anlegestellen für „Wasserwanderer“ zu schaffen. Die Stadt könne von Touristen, die mit dem Kanu auf der Ilmenau unterwegs seien, profitieren. „Sie gehen in der Stadt essen, kaufen hier ein“, so Homann-Stahl.

Grillen in den Ilmenau-Wiesen?

Der Hansestadtbewohner Jürgen Stark hat sich viele Gedanken um die Ilmenau-Auen gemacht. Er erlebe im Sommer Menschen, die sich in den Wiesen niederließen, um dort zu verweilen. Es frage sich, ob dort womöglich Grillmöglichkeiten geschaffen werden können. Wissen wollte er auch, ob mit Gastronomen schon mal Gespräche zu möglichen Angeboten in den Auen geführt worden seien. Stark erinnerte auch an Bad Bevensen, wo das Thema Kneipp eine Rolle spiele.

Noch bis kommenden Februar, so kündigte Lena Kallischko an, könnten weitere Vorschläge unterbreitet werden, die dann in das Konzept aufgenommen werden. Im Juni wolle die Stadt dann ein Antrag auf Fördergelder stellen – wobei sich die Förderkulisse noch ändern werde (AZ berichtete). Bei dem Projekt müsse es auch, wie Karsten Scheele-Krogull erklärt, Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis geben. Das Gebiet direkt an der Ilmenau soll noch einmal besonders geschützt werden.

Zu einer Umsetzung von Maßnahmen könne es voraussichtlich ab 2021 kommen, so Lena Kallischko. Bis dahin, so meinte ein Besucher des Informationsabends, werde noch viel Wasser die Ilmenau entlangfließen.

VON NORMAN REUTER

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