Angeklagter gesteht nicht nur diese Tat

Uelzen: Er brauchte Geld für Drogen – 21-Jähriger bedroht Frau mit Messer

Mit einem mindestens 25 Zentimeter langen Küchenmesser, ähnlich wie diesem, soll der Angeklagte eine Frau aus Himbergen bedroht haben.
+
Mit einem mindestens 25 Zentimeter langen Küchenmesser, ähnlich wie diesem, soll der Angeklagte eine Frau aus Himbergen bedroht haben.

Uelzen – Fast vier Monate lang hatte er Himbergen und Umgebung in Atem gehalten: Vom 25. März bis zum 11. Juli 2020 soll ein heute 21-jähriger Einwohner Himbergens insgesamt elfmal in Häuser, Wohnungen und Autos eingebrochen sein, teilweise auch zweimal in einer Nacht.

Hauptsächlich Bargeld, aber auch EC-Karten, eine Armbrust mit Pfeilen oder Zigaretten habe er dabei entwendet. So lautete die Anklage der Staatsanwaltschaft Lüneburg am Donnerstag vor dem Jugendschöffengericht im Amtsgericht Uelzen.

Im April sei er dabei zudem von einer Bewohnerin beim Durchwühlen der Schränke überrascht worden. Daraufhin habe der Angeklagte ein mindestens 25 Zentimeter langes Küchenmesser gezückt und Geld verlangt. 200 Euro habe die Frau danach herausgegeben.

Er habe alle elf Taten begangen, gab der 21-Jährige zu, der sich zurzeit in der JVA Hameln befindet und in Handschellen in den Gerichtssaal geführt wurde. Er habe mit dem erbeuteten Geld seine Drogensucht finanzieren wollen. Auch den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf des Erwerbs von Betäubungsmitteln gestand der Himbergener. Am 11. April hatte er demnach acht Gramm Met-amphetamin und zwei Gramm Marihuana für den Eigenkonsum erworben.

Bei der Frau, die er mit dem Messer bedroht hatte, habe er sich bereits per Brief entschuldigt, so der 21-Jährige. Als er erwischt wurde, sei er in Angst verfallen und habe daraufhin zu dem Messer gegriffen. „Das war einfach, weil ich mich sehr unwohl gefühlt habe. Ich weiß ja nicht, wer mich erwischt.“

Er wolle sich ändern und die Drogensucht hinter sich lassen. Mit 16 habe er erstmals Marihuana geraucht, später folgte Metamphetamin. Auch Ecstasy und Kokain habe er hin und wieder genommen. Durch den Konsum habe er auch seine Lehrstelle im Garten- und Landschaftsbau verloren. Der 21-Jährige sprach hier von einem „Wendepunkt“, da er gemerkt habe, dass es so nicht weitergehen könne.

Eine Abhängigkeit von Cannabis beim Angeklagten sowie einen „schädlichen Gebrauch“ von Amphetamin diagnostizierte auch Gutachter Jürgen Schmitz. Dies wirke sich klar auf die Lebensfähigkeit des 21-Jährigen aus. Er habe aber gewusst, dass er Straftaten beging. Die Taten hätten daher Symptomcharakter, weshalb Schmitz eine hohe Rückfallgefahr sah. So sei der Angeklagte auch nach einer Entgiftung im April bereits im Mai wieder rückfällig geworden.

Schmitz sah den 21-Jährigen aber durchaus in der Lage dazu, an einer Therapie teilzunehmen. Da dieser sich aber noch am Anfang seines Lebens befinde und unter „Entwicklungsverzögerungen“ leide, benötige es eine längerfristige Betreuung.

Bevor der Angeklagte aber eine Erziehungsanstalt besuchen kann, hat er eine Freiheitsstrafe zu verbüßen: Ein Jahr und zehn Monate lautete das Urteil.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare