Ausschank unter Corona-Auflagen findet Zuspruch

Uelzen bleibt eine Weinstadt

Christoph Ahrens (3. von rechts) ist am Freitagabend mit Freunden und Familie zum Weingarten gekommen. Er sagt: „Es ist eine sehr angenehme Atomsphäre“ und „ein Stück Normalität“ im Pandemie-Jahr.
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Christoph Ahrens (3. von rechts) ist am Freitagabend mit Freunden und Familie zum Weingarten gekommen. Er sagt: „Es ist eine sehr angenehme Atomsphäre“ und „ein Stück Normalität“ im Pandemie-Jahr.

Uelzen – Die Menschen an Rhein und Mosel werden sich über diesen Satz wundern, aber er trifft zu: Uelzen ist eine Weinstadt.

Stets im Frühsommer kommen in der Uelzener Innenstadt Menschen zusammen, um sich einen guten Tropfen zu gönnen – und dies nun schon seit fast 50 Jahren. Eine Weinkönigin darf nicht fehlen. 2020 hat die Corona-Pandemie den Veranstaltern des Weinmarktes einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ingo Schulte nahm die Gäste an der Bahnhofstraße in Empfang und führte sie zu ihren Plätzen.

Ein wenig Traditionspflege wagten an diesem Wochenende aber dann doch noch Ingo Schulte und Anne Börker. Wobei Ingo Schulte die Feststellung wichtig ist, dass es sich nicht um einen Uelzener Weinmarkt im klassischen Sinne oder ein Fest gehandelt habe. Beim am Freitag und Sonnabend ausgerichteten „Weingarten“ waren die Unterschiede, die dem Infektionsschutz dienten, auch deutlich auszumachen: Die Teilnehmerzahl war begrenzt. Musik war nicht zu hören. Für einen Zugang mussten vorher Plätze reservierten werden. Die Unterlagen wurden gesichtet und die Gäste von Ingo Schulte und seinen Kollegen für das jeweilige Zeitfenster zu ihren Plätzen gebracht.

Beim Besuch der AZ am Freitagabend sagt Ingo Schulte, es laufe unkompliziert. Auch der Wechsel zwischen den Zeitfenstern funktioniere, was ihn freue. Ein Geschiebe, wie schon mal beim Weinmarkt zu erleben, gibt es am Freitag nicht.

Die Idee eines kleineren, alternativen Formats – sie kam bei den Uelzenern gleich gut an, weiß Anne Börker zu berichten. Sie hatte das Konzept bei Facebook vorgestellt – und binnen 48 Stunden seien ihre angebotenen Plätze bereits ausgebucht gewesen, so Börker.

Im Jahreskalender von Christoph Ahrens ist der Uelzener Weinmarkt ein fester Bestandteil. Als er von dem coronabedingten Alternativformat erfuhr, habe er sich gefreut, erzählt Ahrens und urteilt: „Es ist eine sehr angenehme Atmosphäre.“ Veranstalter und Personal, das sei zu spüren, achteten auf den Infektionsschutz. Und wenngleich nicht mit dem klassischen Weinmarkt vergleichbar, so sei es doch wieder „ein Stück Normalität“, sagt Ahrens, der mit Freunden und Familie gekommen ist.

Und das Wetter spielt mit. „Das habe ich bestellt“, sagt Ingo Schulte und lacht. VON NORMAN REUTER

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