„Es ist echt schön in der Pflege“

DAA Uelzen bildet angehende Altenpfleger aus – Zwei Absolventen berichten

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Tizian Düttmann und Marion Fischbach haben es geschafft: Sie sind ausgebildete Altenpfleger. Während Fischbach in Lüder bereits eine Anstellung hat, hat sich Düttmann auf eine Stelle an der Nordsee beworben. 

Uelzen – Der Pflegenotstand hat auch den Landkreis Uelzen erreicht. Pflege- und Altenheime bekommen immer größere Probleme, Angestellte zu finden.

Dies formulierte zuletzt auch Dirk Ammann, der in Uelzen eine häusliche Kranken- und Altenpflege betreibt, bei einem öffentlichen Forum mehr als deutlich (AZ berichtete).

Um diesem Trend entgegenzuwirken, bildet die Berufsfachschule für Altenpflege der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) Uelzen seit August 2011 angehende Altenpfleger aus. Gerade fand die feierliche Abschlussveranstaltung für neue, ausgebildete Altenpfleger statt. Zu den Absolventen gehören auch Marion Fischbach und Tizian Düttmann.

Marion Fischbach war mit 51 Jahren die älteste Auszubildende. Die gelernte Schneiderin hatte bis 2015 beruflich mit Pflanzen zu tun, war aber nicht zufrieden mit ihrem Job. „Mir fehlte der Umgang mit Menschen. So hatte ich vor vier Jahren die Idee, es als Altenpflegerin zu probieren“, so Fischbach, die in Billerbeck im Landkreis Lüchow-Dannenberg wohnt. Nach einem einwöchigen Praktikum in einem Altenheim in Bad Bodenteich stand für sie fest, Altenpflegerin soll ihr neuer Beruf werden. Fischbach: „Sich auf die einzelnen Bewohner einzustellen, ihre Biographien kennenzulernen und die Dankbarkeit, die man hier für seine Arbeit bekommt, gefällt mir einfach sehr gut.“ Die 51-Jährige war während ihrer praktischen Ausbildung in der Seniorenresidenz Lüder sowie in der Ambulanz beim DRK in Lüchow-Dannenberg. Gerade in Lüder fühle sie sich sehr wohl und freut sich umso mehr, dass sie nach ihrer Ausbildung auch übernommen wurde. In Ihrer Freizeit spielt Fischbach Tennis und läuft viel mit ihren zwei Hunden.

Die Ausbildung der DAA für Altenpfleger umfasst theoretischen und praktischen Unterricht in einer Altenpflegeschule sowie die praktische Ausbildung in einem Heim, einer stationären Pflegeeinrichtung oder in einer ambulanten Pflegeeinrichtung. Unterricht und praktische Ausbildung wechseln sich meist ab, wobei der Anteil an der praktischen Ausbildung überwiegt.

Tizian Düttmann hatte seine Ausbildung zum Altenpfleger bei der CAD in Celle begonnen. Da die Schule jedoch ihren Ausbildungsbetrieb Ende 2018 einstellte, war der 22-Jährige sehr froh, seine Ausbildung bei der DAA in Uelzen beenden zu können. „Die Arbeit mit Menschen macht mir einfach sehr viel Spaß. Zu sehen, wie es kranken Menschen durch Behandlung besser geht, finde ich super“, sagt der gebürtige Celler. Am Dienstag hat er an der Nordsee ein Vorstellungsgespräch und hofft, als ausgebildeter Altenpfleger arbeiten zu dürfen. Düttmann spielt gerne Fußball und Tennis und freut sich, dass die Ausbildung nun vorbei ist. „Ich bin der Praktiker, lernen ist nicht so meins, das war schon anstrengend“, so der neue Altenpfleger. Dass es den Pflegenotstand überhaupt gebe, verstehe er nicht. Düttmann: „Es es ist echt schön in der Pflege.“

Bei der DAA gibt es aktuell 100 Schüler in der Pflege. Immer im März und August beginnt der neue Ausbildungsabschnitt. „Für August haben wir 30 Anmeldungen und noch freie Plätze“, sagt Imke Heuer, die zur Fachlichen Schulleitung der DAA gehört.

VON TIMO HÖLSCHER

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