Ungereimtheiten bei Wahl?

Uelzen: Bewerber von SPD und Grünen verpassen Einzug in Bundestag

Markus Jordan (links) erhielt auf der Wahlparty Unterstützung von Heiner Scholing und dessen Frau.
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Markus Jordan (links) erhielt auf der Wahlparty Unterstützung von Heiner Scholing und dessen Frau.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Uelzen/Celle – Die Direktkandidaten des Wahlkreises Uelzen-Celle, Dirk-Ulrich Mende (SPD) und Markus Jordan (Grüne), verpassten den Einzug in den Bundestag.

Im Fall von Mende fiel das Ergebnis denkbar knapp aus. Er lag mit 60 631 Erststimmen und 32,3 Prozent nur 866 Stimmen hinter Hennig Otte (CDU). „Es ist so knapp geworden, wie ich das von Anfang an gedacht habe“, sagt Mende. Das Ergebnis wolle man aber noch genau überprüfen, da es schon bei der Kommunalwahl vor allem in Celle aufgrund von falschen Wahlzetteln „erhebliche Ungereimtheiten“ gegeben habe. Und auch jetzt bei der Bundestagswahl hätten Wahlbenachrichtigungskarten teilweise zu spät oder gar nicht vorgelegen.

Dirk-Ulrich Mende (links) feierte mit Parteifreunden aus der SPD, hier Jan Henner Putzier.

In Celle war Mende als ehemaliger Bürgermeister bekannt, in Uelzen stellte er jedoch eher ein unbeschriebenes Blatt dar. Durch Corona sei es schwergefallen, sich in Uelzen bekannt zu machen, da viele Veranstaltungen im Wahlkampf nicht möglich waren. „Ein Großteil wird mich bis heute nicht hinreichend kennen“, meint Mende. „Das war ein echter Nachteil für einen unbekannten Kandidaten.“ Umso mehr freue er sich über die vielen Stimmen: „Es beflügelt, dass ich nur ganz knapp gescheitert bin“, sagt Mende.

Als Verlierer sieht er sich demnach nicht. „In Niedersachsen und auf Bundesebene sind wir stärkste Kraft geworden“, sagt der SPD-Mann. „Wir haben den Regierungsauftrag und nicht die abgewählte CDU.“ Jedoch fehle noch die Klarheit, wie eine künftige Bundesregierung aussehe.

Markus Jordan kam im Wahlkreis bei 18 770 Erststimmen auf 12,0 Prozent. Auf der Landesliste war er auf Platz 32 zu finden. Für Jordan ist es daher keine Überraschung, dass er es nicht in den Bundestag schaffte: „Das war nicht zu erwarten.“ Trotzdem findet Jordan auch Positives in dem Ergebnis: Er habe doppelt so viel Erststimmen wie sein Vorgänger, Heiko Wundram, gesammelt. Und: „Wir sind bei den Zweitstimmen bei einem Rekordergebnis.“

Bundesweit hätte er sich für die Grünen dennoch ein noch besseres Ergebnis gewünscht, sagt Jordan. Die vorherigen guten Umfragewerte hätten gezeigt, welches Potenzial die Partei habe. Dieses Potenzial müsse nun ausgeschöpft werden.

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