Uelzen übt „autofrei“

Hoch die Tassen: Munter gin es zu beim Weinfest.

Uelzen - Von Janina Fuge. An diesem Wochenende passte alles: Das erste Sommerwochenende des Jahres, dazu Weinmarkt, das Radrennen der „Uelzener mycity-Night“, die Abi-Fete des Herzog-Ernst-Gymnasiums und das Abend-Abschlusskonzert der Uelzener Musiktage: Viel Veranstaltung für wenig Tage, jede Menge Menschen unterwegs, die freie Zeit genossen. Die Innenstadt war am Sonnabend dabei komplett für den Autoverkehr gesperrt – und wurde damit zur größeren „Generalprobe“ für die aktuell diskutierte Fußgängerzone in Uelzens Innenstadt. Die AZ stürzte sich ins Getümmel und fragte nach Meinungen zu großen und kleinen Lösungen.

Anke Seide und ihr Ehemann Rüdiger stehen lässig an die Straßenabsperrungen gelehnt, schauen den vorbeisausenden Rennradlern zu – und haben eine klare Meinung, wohlgemerkt: Jeder für sich. Für Rüdiger Seide ist klar: „Die Fußgängerzone muss kommen, sonst schläft Uelzen irgendwann ein – und man sieht ja: Die Lokale reagieren sofort, es stehen Tische draußen, es ist einfach nett.“ Verhaltener sieht‘s da Ehefrau Anke und plädiert für die „kleine“ Lösung: „Auf keinen Fall sollte die gesamte Innenstadt autofrei sein. Dann wird‘s hier eine Geisterstadt.“

Davon träumen jedoch Juana und Klaus Kröhnert – wenn sie denn mal schlafen. Die beiden wohnen direkt an der alten Rathaus-Kreuzung. Autolärm und Abgase gehören für die beiden zum Alltag, der komplett – und nicht nur zu Marktzeiten – ruhige Sonntag war für beide ein einmaliges Erlebnis: „Endlich Ruhe – so könnte es immer sein“, finden beide übereinstimmend, „gern auch in der ganzen Innenstadt.“

Die Frage, um die sich immer alles dreht: Gewinnt Uelzen durch die Fußgängerzone? Siedeln sich mehr Geschäfte an? Wird die städtische Stimmung besser.

Klaus Matthesius aus Soltendieck beispielsweise ist gegen eine Fußgängerzone: „Das brauchen wir nicht, es sind doch eh‘ keine Leute hier“, meint er, als am Sonnabendnachmittag die Straßen in der Tat merklich leerer wirken als wenige Stunden später, in den sommerwarmen Abendstunden. Schnöde fällt hingegen für Johann Michel die Sache aus: „Der Aufriss, der wegen des Themas gemacht wird, ist doch lächerlich“, sagt der gebürtige Rheinhesser. „Seit ich hier wohne, frage ich mich: Warum ist das hier nicht alles längst Fußgängerzone?“

Das machte das vergangene Wochenende klar: Eindeutig scheint die Stimmungslage unter den Uelzenern in Sachen Fußgängerzone nicht zu sein.

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