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Ausgesetzter Hund Henry in Uelzen gestorben: Halter nicht ermittelt

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Von: Lars Becker

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Mischlingsrüde Henry ist an den Folgen seiner Unterernährung gestorben. Sein Bruder Otis kämpft indes noch gegen schlechte Blutwerte, macht kleine Fortschritte.
Mischlingsrüde Henry ist an den Folgen seiner Unterernährung gestorben. Sein Bruder Otis kämpft indes noch gegen schlechte Blutwerte, macht kleine Fortschritte. © Privat

Der junge Rüde Henry, der im März zwischen Unterlüß und Dreilingen ausgesetzt und im Tierheim Uelzen aufgepäppelt worden war, ist an den Folgen seiner starken Unterernährung gestorben. Sein Bruder Otis kämpft sich indes zurück ins Leben. Es gab zwei Hinweise auf mögliche Besitzer.

Uelzen – Vor wenigen Wochen hatte die AZ über das Schicksal der Mischlingsrüden Otis und Henry berichtet. Die Hunde, die offensichtlich aus dem gleichen Wurf stammen, waren völlig verdreckt, mutmaßlich misshandelt, dann zwischen Unterlüß und Dreilingen beziehungsweise Suderburg und Uelzen ausgesetzt worden.

Die Anteilnahme am Schicksal der Tiere, die identische Wunden aufwiesen – vor allem von einer viel zu strammen, eingewachsenen Schnur im Halsbereich – war groß. Das bestätigt Biggi Frels, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Uelzen und Umgebung, die sich mit ihrem Team im Tierheim Uelzen um die Hunde kümmert.

Henry, der extrem unterernährt war, ist gestorben. „Sein Tod war schwer für uns alle, er hatte sich toll entwickelt und bereits sechs Kilo zugenommen“, so Frels. Seine Leber aber sei durch die Unterernährung stark geschädigt gewesen, wodurch vermutlich weitere Erkrankungen entstanden seien, an denen der Vierbeiner starb.

„Er kämpft für seinen Bruder mit!“

Auch bei Otis sind die Blutwerte alles andere als gut. „Er steht unter Medikamenten, es geht aber in sehr kleinen Schritten voran. Er entwickelt sich, das ist toll zu sehen. So lässt er sich schon ins Geschirr packen, war auch schon zwei Mal im Rudel draußen. Er hat unheimlich Vertrauen aufgebaut, hilft uns jeden Tag zu lachen. Er kämpft für seinen Bruder mit, davon sind wir überzeugt“, berichtet Biggi Frels, die auf Hinweise aus der Bevölkerung auf den Halter der Hunde gehofft hatte.

Die gab es tatsächlich auch, wie der Landkreis Uelzen gestern auf AZ-Anfrage bestätigte: „Das Veterinäramt hat zwei entsprechende Mitteilungen erhalten“, sagte Kreissprecher Martin Theine.

Diese seien zuständigkeitshalber an den Landkreis Celle weitergeleitet, weil die vermeintlichen Hundehalter dort ihren Wohnsitz hätten. Das dortige Veterinäramt habe auf Basis der Hinweise auch Ermittlungen durchgeführt. Allerdings: „Nach Angaben des Landkreises haben die inzwischen abgeschlossenen Ermittlungen ergeben, dass die betreffenden Fundhunde den in den Hinweisen angegebenen Haltern nicht zugeordnet werden konnten“, so Theine weiter.

Dritter Hund aus dem Wurf in Geesthacht?

„Das ist natürlich bitter und nicht das gewünschte Ergebnis. Aber es ist wichtig, dass die Menschen davon erfahren – wir werden viel danach gefragt, wie es den Hunden geht“, so Biggi Frels. Sie steht parallel im engen Austausch mit dem Tierheim in Geesthacht.

Dort ist inzwischen ein dritter Hund untergebracht, der allem Anschein nach ein Bruder von Henry und Otis sein dürfte und demnach ebenfalls ausgesetzt wurde. Er wurde zwischen Uelzen und Lüneburg gefunden.

„Das Alter und die ganze Optik auch von der braunen Farbe her sind ähnlich. Der gesamte Zustand und die vergleichbaren Verletzungen machen uns alle ziemlich sicher“, schildert Biggi Frels, die nicht mit Bestimmtheit sagen kann, dass der Halter sich nur dieser drei Tiere entledigt hat. Es könnten noch weitere Hunde ausgesetzt worden sein.

Alle Hoffnungen ruhen aber jetzt darauf, dass Otis gesund wird und sich auch weiterhin so positiv entwickelt. Nach wie vor sind Hinweise auf den möglichen Halter – auch anonym – an den Tierschutzverein unter (05 81) 15 17 oder per E-Mail an tierschutzverein-uelzen@web.de möglich. Das Veterinäramt des Landkreises nimmt ebenfalls Hinweise entgegen.

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