Es soll einen runden Tisch geben

Angekündigter Teilabriss der Veerßer Klinik ruft Ortsrat auf den Plan

Zuletzt wurden Bäume auf dem Klinik-Gelände gefällt. Der Abriss des Hauptgebäudes ist angekündigt.
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Zuletzt wurden Bäume auf dem Klinik-Gelände gefällt. Der Abriss des Hauptgebäudes ist angekündigt.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Auf dem Gelände der Veerßer Klinik soll ein Wohn- und Pflegequartier entstehen. Dafür gefällte Bäume sorgten bereits für Proteste. Nun meldet sich der Ortsrat zu Wort, weil auch das Hauptgebäude der ehemaligen Klinik abgerissen werden soll.

Uelzen-Veerßen – Der angekündigte Teilabriss der Veerßer Klinik als auch die zuletzt auf dem Klinik-Gelände gefällten Bäume (AZ berichtete) rufen den Veerßer Ortsrat auf den Plan. In einem offenen Brief bitten die Ortsratsmitglieder die Stadtverwaltung und den Uelzener Stadtrat, den Teilabriss der Veerßer Klinik zunächst zu verhindern. Vielmehr sprechen sie sich für einen runden Tisch aus, bei dem über die Pläne für das Areal gesprochen werden solle. Denn: „Der alte Gebäudeanteil sollte als Denkmal erhalten bleiben.“

Die Magna-Care GmbH beabsichtigt, auf dem Gelände der Veerßer Klinik ein Wohn- und Pflegequartier zu schaffen. Drei Gebäude für betreutes Wohnen, ambulant betreute Wohngruppen sowie für eine Tagespflege sind vorgesehen, hatte jüngst Geschäftsführer Tim Sauer erklärt. Um ausreichend Platz dafür zu haben, waren im Februar im Vorgriff die Bäume auf dem Gelände gefällt worden. Sauer kündigte zudem gegenüber der AZ den Teilabriss der Veerßer Klinik an, lediglich ein Nebentrakt soll demnach stehen bleiben.

Aus Sicht der Ortsratsmitglieder ist es unverständlich, dass sehr alte Eichen sowie ein großer Rhododendron gefällt wurden. Das Gelände mit den Bäumen und seiner Bebauung sei über Jahrzehnte ortsprägend gewesen. Die Gewählten erinnern auch an die Geschichte der Veerßer Klinik. Sie wurde 1924 als repräsentatives Haus mit 17 Zimmern gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Aufnahme-Einrichtung für Flüchtlingskinder, bevor es als Klinik genutzt wurde. Bis 2010 wurden laut eines AZ-Berichts dort knapp 16 000 Kinder geboren und 9000 Operationen durchgeführt. 2018 schloss die Klinik, nachdem vier Belegärzte andere Wege gingen.

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