Bäckereien beklagen Papierflut und Umweltbelastung

Uelzen: Ärger über Bon-Pflicht

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Detlef Scheibler nimmt einen Kassenbon von Fachverkäuferin Madeleine Kahmann entgegen.

Uelzen – Verärgert nimmt Detlef Scheibler einen Kassenbon für einen Brötchenkauf in einer Bäcker-Filiale in Groß Liedern entgegen. „Den schmeiße ich gleich wieder weg“, sagt der Kunde. Seit dem 1. Januar gilt in Deutschland eine neue Bon-Pflicht.

Danach muss für jeden Einkauf, egal ob für ein Brötchen beim Bäcker oder einen Latte Macchiato im Café, ein Kassenzettel ausgestellt werden.

„Das ist der absolute Horror, ein wahnsinniger Aufwand und eine zusätzliche Umweltbelastung mit der ganzen Papierflut“, schimpft Oliver Meyer, Vertriebsleiter der Heide-Bäckerei Meyer aus Wahrenholz. Rund dreiviertel ihrer Kunden würden die Bons ohnehin nicht mitnehmen, erklärt Simone Bredow aus dem Team der Bäckerei in Stadensen.

Die Bäckereien müssen die Bons übrigens als Sondermüll entsorgen, da für sie sogenanntes Thermopapier verwendet wird. Dieses Papier ist mit verschiedenen Chemikalien beschichtet. Die Bons dürfen daher nicht im Papiermüll entsorgt werden. „Auch die Druckfarbe ist nicht gesund“, sagt Bäckerei-Fachverkäuferin Medeleine Kahmann.

„Sammeln Sie die Bons zu Hause und stecken Sie diese doch bei einem Abendspaziergang einfach in den Briefkasten des örtlichen Finanzamtes“, ist beispielsweise auf einem Hinweisschild eines Frischebäckers in Uelzen zur neuen Kassenbonpflicht zu lesen.

Kirsten Lühmann, Bundestagsabgeordnete der SPD für den Wahlkreis Celle-Uelzen, hat unterdessen die Einführung der Kassenbonpflicht verteidigt.

VON TIMO HÖLSCHER

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