In blauen Tonnen landen Dinge, die dort nicht hingehören

Uelzen: Ärger bei der Mülltrennung

Schuhe, Jeans, gelbe Säcke, Folien: Was Wilfried Bütow (links), Dieter Ramacher (Mitte) und Hermann Pohlmann von der Firma Formata im Altpapier in den vergangenen Monaten entdeckten, sorgt bei ihnen für großen Ärger.
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Schuhe, Jeans, gelbe Säcke, Folien: Was Wilfried Bütow (links), Dieter Ramacher (Mitte) und Hermann Pohlmann von der Firma Formata im Altpapier in den vergangenen Monaten entdeckten, sorgt bei ihnen für großen Ärger.

Uelzen/Wieren – Ein Karton voller gebrauchter Spritzen, benutzte Windeln, tote Hühner oder auch Kartoffelschalen: Was Hermann Pohlmann sowie Dieter Ramacher und ihre Mitarbeiter im Altpapier der 32.000 Haushalte im Landkreis Uelzen in den vergangenen Monaten entdeckt haben, sorgt für großen Ärger bei den beiden Geschäftsführern der Firma Formata in Wieren.

Ihre Firma sammelt alle vier Wochen den Inhalt der blauen Tonnen im Landkreis ein.

Eigentlich gehören in die blauen Tonnen nur Altpapier und Pappe, doch die Mülltrennung lässt bei den Uelzenern offenbar zu wünschen übrig. „Wir nehmen eine deutliche Verschlechterung beim Mülltrennen in den letzten zwei bis drei Monaten wahr. Die Lage ist dramatisch“, sagt Pohlmann.

Es gibt keine Vereinbarung zwischen dem Landkreis und Formata, die Firma bietet ihren Service kostenlos an. „Für den Bürger entstehen keine Kosten“, so Ramacher. Das Altpapier wird auf dem Firmengelände in Wieren gesammelt, verpresst und an Papierfabriken verkauft. Pohlmann: „Die Beschwerden der Papierfabriken nehmen zu. Nehmen sie uns das Altpapier nicht ab, muss es entsorgt werden und wir erhalten die Rechnung.“ Ohne die Abnahme von Papierfabriken fehle es der Firma an Einnahmen, sodass es unklar sei, ob Formata diesen Service auch in Zukunft weiter anbieten könne. „Hinzu kommt, dass die Papierpreise in Europa im Keller sind“, so Pohlmann.

Noch wollen die Geschäftsführer den Service der blauen Tonnen aber weiter anbieten und sie appellieren daher an die Bürger, wirklich nur Altpapier und Kartons in die blauen Tonnen zu werfen. Beschichtetes, ölverunreinigtes und nassfestes Papier, Kernhülsen, Tapeten, Kunststoffe, Folien, Papiersäcke mit Folieninlay, Lebensmittel(-reste), gefüllte gelbe Säcke und Styropor hätten in den blauen nichts zu suchen.

Ramacher: „Wir führen Kontrollen durch. Befinden sich in den blauen Tonnen Dinge, die dort nicht hingehören, werden die Tonnen nicht entleert.“ Außerdem überlegen die beiden Geschäftsführer, Zettel in Tonnen zu legen oder sie dort zu befestigen, auf denen man lesen kann, was im Altpapier fehl am Platze sei. Oft fänden sich in Altpapierbehältern bei Wohnblocks Dinge, die hier nicht hineingehören, so Pohlmann. Daher möge jeder Bürger die Augen offenhalten und auch die Nachbarn für Mülltrennung sensibilisieren.

VON TIMO HÖLSCHER

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