Überweisung statt Spendendose

Wegen Corona: Feuerwehren sagen Blindensammlung an den Haustüren ab

Wegen der Corona-Pandemie fallen die Haussammlungen der Feuerwehren mit Spendendosen in diesem Jahr aus. Stattdessen wird um Überweisungen gebeten. 
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Wegen der Corona-Pandemie fallen die Haussammlungen der Feuerwehren mit Spendendosen in diesem Jahr aus. Stattdessen wird um Überweisungen gebeten.

Räber/Uelzen – Es ist ein festes Ritual im November und Dezember: Jedes Jahr gehen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Uelzen von Haustür zu Haustür und sammeln Geld für den Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen.

„Dabei kommen immer zwischen 13 000 und 18 000 Euro pro Jahr zusammen“, berichtet Karsten Meyer von der Feuerwehr Räber, der zugleich Kassenwart des Kreisfeuerwehrverbandes und einer der Organisatoren dieser Aktion ist.

Doch aufgrund der Corona-Pandemie werden die Haussammlungen in diesem Jahr ausfallen, kündigt Meyer an. Denn selbst unter Einhaltung aller Hygieneregeln könne es bei den Hausbesuchen ungewollt zur Verschleppung des Virus kommen.

„Wir wollen den Blinden- und Sehbehindertenverband aber trotzdem mit Spenden unterstützen“, betont Meyer. Dazu werden die Wehren demnächst Handzettel in die Briefkästen werfen, auf denen die Bürger um Überweisungen auf ein Sammelkonto gebeten werden. Dieses Vorgehen sei zuvor mit den Kommunen sowie dem Kreisfeuerwehrverband abgestimmt worden.

Das entsprechende Schreiben will Meyer in den nächsten Tagen aufsetzen und an die Ortwehren verteilen. „Die Teilnahme an der Aktion steht ihnen frei. Von den 111 Feuerwehren im Landkreis machen 30 bis 35 regelmäßig mit“, berichtet der Räberaner. „Das ist eine sehr schöne Tradition.“

Der Blinden- und Sehbehindertenverband werde schon seit Anfang der 1960er-Jahre auf diese Weise von den Feuerwehren unterstützt, berichtet Katrin Freyer vom Regionalverein Nord-Ost-Niedersachsen. „Durch ihren großartigen ehrenamtlichen Einsatz tragen sie maßgeblich dazu bei, Betroffenen in unserer Region und im Land Niedersachsen das tägliche Leben zu erleichtern“, heißt es außerdem in einer Pressemitteilung des Verbandes.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Sammlung steht das Angebot „Blickpunkt Auge – Rat und Hilfe bei Sehverlust“. Die gesammelten Spenden werden eingesetzt zum Erhalt und Ausbau der Beratungsstellen – eine davon befindet sich auch in der Hansestadt Uelzen – sowie für weitere Projekte wie die Aufklärung zur Barrierefreiheit, die Vermeidung von Diskriminierung und die Hilfe zur Selbsthilfe.

Meyer weist darauf hin, dass es zwei unterschiedliche Konten für die Blindensammlung gibt. Der Kreisfeuerwehrverband hat, wie auf den Flyern zu lesen sein wird, ein eigenes Konto bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg eingerichtet, der Blinden- und Sehbehindertenverband eines bei der Sparkasse Lüneburg. „Die Leute sollen sich nicht darüber wundern“, erklärt Meyer. „Über beide Konten kommen die Spendengelder der Blindenhilfe zugute.“

Kontakt zum Verband: Wer dem Blinden- und Sehbehindertenverband Geld spenden oder mehr über dessen Arbeit erfahren möchte, kann sich an Katrin Freyer vom Regionalverein Nord-Ost-Niedersachsen in Lüneburg wenden: unter Telefon (0 41 31) 26 59 15, per E-Mail rv-nordostniedersachsen@blindenverband.org oder im Internet unter www.blindenverband.org.

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