OHE übernimmt Heide-Kreuz

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Auf den Strecken des Heide-Kreuzes – zwischen Bremen und Uelzen sowie zwischen Hannover und Buchholz – sollen 27 dieser neuen Züge vom Typ Lint 41 zum Einsatz kommen. Die OHE hat jetzt den Zuschlag für den Streckenbetrieb ab Dezember 2011 bekommen.

bs Uelzen/Landkreis. Die Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE), Anteilseigner der Uelzener Metronom Eisenbahngesellschaft, übernimmt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 für acht Jahre den Betrieb im „Heide-Kreuz“ zwischen Bremen und Uelzen sowie zwischen Hannover und Buchholz in der Nordheide. Das in Celle ansässige Verkehrsunternehmen setzte sich damit in einem europäischen Wettbewerbsverfahren gegen fünf Konkurrenten durch und löst die DB Regio AG als Betreiber ab.

„Die OHE hat für die ausgeschriebene Betriebsleistung von rund 2,6 Millionen Zugkilometer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis geboten“, begründet Hans-Joachim Menn, Geschäftsführer der für das Ausschreibungsverfahren federführenden Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen, die Vergabe-Entscheidung zugunsten der OHE.

Profitieren sollen vor allem die Fahrgäste. „Sie reisen in neuen, komfortablen Wagen, haben eine größere Auswahl durchgehender Verbindungen und dürfen sich über deutlich kürzere Reisezeiten freuen“, verspricht Menn. Für Fahrgäste aus Soltau zum Beispiel verkürzt sich die Reisezeit nach Hannover ab Dezember um zehn Minuten, Pendler aus Walsrode erreichen die Landeshauptstadt sogar 15 Minuten schneller.

Mit dazu beitragen sollen auch die 27 neuen Züge vom Typ Lint 41, die die LNVG bei der Firma Alstom in Salzgitter für 73 Millionen Euro geordert hat und die im gesamten Heide-Kreuz zum Einsatz kommen. Der Lint 41 sei aufgrund seines Rußpartikelfilters umweltschonender und spurtstärker als der bislang fahrende VT 628 und erreiche mit 120 Stundenkilometern genau die Höchstgeschwindigkeit, für die die Heidebahn und ihre Stationen ausgebaut würden, teilte die LNVG mit.

Die nördlichen und südlichen Streckenabschnitte der Heidebahn werden bereits zum Jahresende ausgebaut sein. Der mittlere Abschnitt zwischen Walsrode und Soltau soll bis Ende 2015 fertig sein. Dagegen hat das Bundesverkehrsministerium den Streckenausbau auf Tempo 120 zwischen Langwedel und Uelzen im Zuge einer Überprüfung des Bundesverkehrswegeplanes als unwirtschaftlich verworfen. „Weil der Bund in diesem Fall seine Infrastrukturplanung einseitig auf den Personenfern- und den Güterverkehr ausrichtet, bleiben die Belange des Nahverkehrs leider auf der Strecke“, kritisiert die LNVG. Sie erinnert den Bund an seine verfassungsmäßige Verantwortung für das gesamte Schienennetz.

Vor einer endgültigen Zuschlag-Erteilung an die OHE müssen die Aufgabenträger aber noch eine gesetzliche Frist von zehn Tagen abwarten. Während dieses Zeitraums können die unterlegenen Bieter ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer in Lüneburg einleiten.

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