Bad Bevenser bauen Barrierefreiheit aus / Morgen Begehung mit Betroffenen

Übergänge ertasten

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An den Fußgängerüberwegen in Bad Bevensen sind geriffelte Flächen entstanden, die Sehbehinderte erspüren können.

Bad Bevensen. Manch aufmerksamem Beobachter werden sie bereits aufgefallen sein: weiße Flächen an Straßenübergängen in Bad Bevensen und abgesenkte Bordsteine. Sie sind sichtbares Symbol für den Weg zur Barrierefreiheit, auf den sich die Kurstadt gemacht hat.

„Die Taststreifen ermöglichen es Blinden und Sehbehinderten festzustellen, wo Zebrastreifen und Überwege sind“, erklärt Bevensen-Ebstorfs Bauamtsleiter Roland Klewwe. Zudem wurden an mehreren Stellen in der Kurstadt Bordsteine abgesenkt, um Gehbehinderten den Übergang zu erleichtern. Die Bordsteine seien nicht auf Null gesetzt, sondern auf sechs Zentimeter abgesenkt worden, damit Sehbehinderte noch die Möglichkeit hätten, sich an dem Bordstein zu orientieren. Umgesetzt wurden die Maßnahmen unter anderem an der Medinger Straße, der Lüneburger Straße, der Röbbeler Straße und der Röntgenstraße durch die Stadt. Die Initiative für die Barrierefreiheit ging von den Mitgliedern des „Aktionsplan Inklusion“ aus.

Dort entwickeln Vertreter von Politik und Verwaltung zusammen mit Betroffenen Maßnahmen, um bauliche Hindernisse und Barrieren im Kopf abzubauen (die AZ berichtete). Ob die umgesetzten Maßnahmen ihren Zweck erfüllen, überprüfen Vertreter des „Aktionsplan Inklusion“ morgen vor Ort: Treffpunkt für die öffentliche Begehung, zu der vor allem Menschen mit Geh- und Sehbehinderungen eingeladen sind, ist für alle Interessierten um 11 Uhr an der Lüneburger Straße. Im kommenden Jahr planen die Ehrenamtlichen des „Aktionsplan Inklusion“ übrigens einen Stadtplan herauszugeben, in dem Routen markiert sind, die für Menschen mit unterschiedlichen Handicaps geeignet sind. Auch die baulichen Straßen-Überquerungshilfen würden dort eingezeichnet. Entsprechende Vorarbeiten für dieses Projekt laufen bereits.

Von Wiebke Brütt

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