Anlieger der Albertstraße sehen den Hochwasserschutz an der Ilmenau vernachlässigt

Überflutungsrisiko wegen Totholz

Holzstämme auf der Bulleninsel und jede Menge Äste könnten bei einem Hochwasser die Abflüsse zum Ratsteich und an der Gudesstraße verstopfen. Kreis und Stadt sehen in dem herumliegenden Holz keine Gefahr, Anwohner der Alberstraße schon. Foto: Schopp
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Holzstämme auf der Bulleninsel und jede Menge Äste könnten bei einem Hochwasser die Abflüsse zum Ratsteich und an der Gudesstraße verstopfen. Kreis und Stadt sehen in dem herumliegenden Holz keine Gefahr, Anwohner der Alberstraße schon.
  • vonJens Schopp
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Uelzen. Dass Naturschutz Vorrang vor Hochwasserschutz haben soll – und das auf Kosten der Anlieger am Ilmenauufer – können Helmut Sorge und Ulrich Schulz nicht nachvollziehen. Die beiden wohnen an der Albertstraße.

Für sie ist das auf der Bulleninsel herumliegende Totholz eine Gefahrenquelle. Und zwar dann, wenn die Ilmenau über die Ufer treten solle und das Holz mitschwemmt.

„Das staut sich dann vor der Brücke über dem Ablauf zum Ratsteich. Überflutungen wären die Folge“, sagt Schulz. Weiter könnte sich weggeschwemmtes Holz am Wehr neben der alten Mühle und am Ende auch an der Brücke Gudesstraße sammeln und zu noch größeren Überschwemmungen in Uelzens Innenstadt führen, fürchten Schulz und Sorge. Die Männer sind mit ihren Bedenken bereits bei Stadt und Landkreis vorstellig geworden. Vergangenen Freitag hatten sie ein Gespräch mit Vertretern beider Behörden. Die hätten nur abgewiegelt, so Schulz und Sorge.

So sah es 1970 bei einem Ilmenau-Hochwasser auf einem Grundstück an der Albertstraße aus.

Zum Hintergrund: Vor mehr als 30 Jahren sei die Bulleninsel nahezu baumleer gewesen. Bei Hochwasser flossen die Fluten einfach über die Insel. Dann habe sich die Stadt Uelzen dazu entschlossen, der Natur mehr oder weniger ihren Lauf zu lassen. „Vor allem Schwarzerlen und Eschen haben sich angesiedelt“, weiß Helmut Sorge. Immer mal wieder wurden Bäume gefällt, das Holz liegengelassen. „Auch das hindert doch das Abfließen bei Hochwasser“, sagt Sorge.

Gefahr drohe nicht. Die Stadt habe zugesichert, dass die Holzstämme so groß wie möglich geschnitten werden, damit sie gegen Aufschwemmen gesichert sind, heißt es in einem Antwortschreiben des Landkreises als untere Wasserbehörde an Helmut Sorge. Er hatte das Abräumen des im vergangenen Winter geschlagenen Holzes von der Bulleninsel gefordert.

Nicht ohne Grund, berichtet Ulrich Schulz. Als sein Nachbar an der Alberstraße einmal Äste und anderes Grünzeug im Garten aufgeschichtet habe, habe der wenig später ein Schreiben des Kreises erhalten, er solle das Grün abräumen. Das Grundstück befände sich im Überschwemmungsgebiet der Ilmenau, dort müsse ein störungsfreies Ablaufen des Wassers bei Hochwasser gewährleistet sein. Da werde mit zweierlei Maß gemessen, meinen Schulz und Sorge.

Von Jens Schopp

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