68-Jährigen am helllichten Tag niedergeschlagen: Immer wieder Gewalt auf Uelzens Straßen

Überfall auf Hundebesitzer

Günter Mummel wollte gestern mit seinem Hund Acki in die Stadt gehen. Ein unbekannter Mann forderte den 68-Jährigen zum Anleinen auf und schlug ihn anschließend zusammen. Foto: Baatani

Uelzen. Eine Beule an der linken Schläfe und ein stechender Schmerz im Brustbereich: Günter Mummel verzieht beim Sprechen immer wieder das Gesicht und hält die Luft an.

Der 68-Jährige Uelzener ist gestern Früh kurz nach acht Uhr zusammengeschlagen worden – nicht in einem U-Bahnhof in Berlin oder in einer anderen Großstadt, sondern auf dem Weg in die Uelzener Innenstadt.

Mit seinem Rauhhaardackel Acki ging er über den Parkplatz des Theaters an der Ilmenau, schildert Mummel der AZ. Die Leine hielt er in der Hand, und Acki steckte unangeleint neugierig seine Nase unter die Büsche, an denen sie vorbeikamen. Auf Höhe des Herzog-Ernst-Gymnasiums, kurz vor der Albertstraße, hörte der Hundebesitzer Schritte hinter sich: Ein Mann mit schulterlangen grauweißen Haaren kam näher und forderte ihn auf, den Hund anzuleinen. Mummel, der seinen Dackel als neugierigen, aber gutmütigen Hund bezeichnet, habe ihm geantwortet, dass das nicht nötig sei.

Daraufhin stellte sich der Mann vor den 68-Jährigen und spuckte ihm ins Gesicht, beschreibt Mummel die Situation: Der Unbekannte drehte sich anschließend nach links und rechts um, um zu überprüfen, ob sie beobachtet werden, und verpasste ihm einen Fausthieb knapp über dem linken Auge und einen weiteren unterhalb des Schlüsselbeins. Dabei ging der 68-Jährige zu Boden. Als er sich von dem ersten Schmerz erholt hatte, konnte er nicht mehr erkennen, ob der Täter nach links oder rechts davongerannt ist, bedauert Mummel.

Dass jemand in der Uelzener Innenstadt zusammengeschlagen wird, kommt häufiger vor, bestätigt die Polizei. Erst im Juli wurden zwei mutmaßliche Mitglieder einer Schlägerbande festgenommen. Der Schwerpunkt liegt aber auf nächtlichen Übergriffen, insbesondere am Wochenende, wenn Täter oder auch Opfer unter Alkoholeinfluss stehen. Als Orte werden der Polizei dann hauptsächlich Plätze rund um Kneipen und der Zentrale Omnibus-Bahnhof gemeldet. Ein ähnlicher Überfall am frühen Morgen wie gestern durch einen einzelnen Täter war der Uelzener Polizei bislang noch nicht bekannt.

Mummel hat nach dem Vorfall sofort einen Arzt aufgesucht, der das Hämatom im Gesicht und die Prellung im Brustbereich untersuchte. Jemand mit solchen kräftigen Hieben habe nicht zum ersten Mal zugeschlagen, vermutet der Uelzener. „Der Mann hat es von vornherein drauf angelegt“, ist sein Eindruck. Die Aufforderung, den Hund anzuleinen, könne kein Auslöser für dessen Aggressivität und für die Schläge gewesen sein, da sich der Mann zunächst so auffällig nach Beobachtern umgeschaut habe. „Ich habe im gewissen Sinne auch Verständnis für Leute, die sagen, so geht es nicht, der Hund muss an die Leine“, gesteht der Hundefreund ein, der Acki in der Innenstadt grundsätzlich an die Leine nehme, auch wenn es in Uelzen keine generelle Leinenpflicht gebe.

Nach dem Arztbesuch erstattete der Rentner Anzeige gegen den Unbekannten. Die Polizei sucht einen Mann mit grauweißen schulterlangen Haaren, der nach Angaben von Mummel größer als 1,70 Meter sein muss und normal gebaut ist. Das Alter kann der Senior schlecht einschätzen. Er vermutet, dass man den Schläger wegen der Haarfarbe älter schätzen könnte, als er ist. „Er kann genauso zwischen 30 und 40 Jahren wie zwischen 40 und 50 Jahren gewesen sein“, überlegt Mummel. Hinweise nehmen die Beamten unter Telefon (05 81) 93 00 entgegen.

Von Diane Baatani

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