Überall schnelles Internet

Der Kreis Uelzen erhält bis Ende 2011 flächendeckende Breitband-Versorgung.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Die Zeiten, in denen sich die Online-Seiten im Zeitlupentempo aufbauen, sollen im Kreis Uelzen der Vergangenheit angehören: Alle zehn hier gemeldeten „weißen Flecken“ werden bis Ende 2011 mit Internetverbindungen von mindestens zwei Megabit pro Sekunde versorgt. Hinzu kommen zwei Gebiete an der Grenze zu Soltau-Fallingbostel und Lüchow-Dannenberg. Sie sollen über die beiden Nachbarkreise Zugang zum schnellen Internet bekommen. Dieses Ergebnis einer Ausschreibung hat das niedersächsische Wirtschaftsministerium jetzt bekannt gegeben.

Das Land hat kürzlich den Zuschlag für den Ausbau des Breitbandnetzes im „Heide Cluster“, den Kreisen Uelzen, Lüneburg, Soltau-Fallingbostel und Lüchow-Dannenberg, erteilt. Welcher Telekommunikationsanbieter gewonnen hat, soll Ende April verkündet werden. Nach AZ-Informationen handelt es sich um Vodafone. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben bereits 2010 mit dem Ausbau der Breitband-Verbindungen beginnen. Dabei sollen sowohl kabelgebundene als auch funktechnische Lösungen eingerichtet werden.

Ursprünglich war die Kreisverwaltung davon ausgegangen, dass nur zwei der „weißen Flecken“ getilgt werden. „Dass es nun zehn sind, ist ein Glücksfall“, freut sich Sascha Blumenberg von der Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“. Er glaubt, dass die hohe Rücklaufquote bei der Haushaltsbefragung im Kreis Uelzen dazu beigetragen hat, die unversorgten Gebiete zu identifizieren und ihre Beseitigung zu beschleunigen. Denn in anderen Kreisen werde es bis 2011 keine flächendeckende Versorgung geben. „Uelzen ist bevorzugt, das ist eine Super-Sache“, erklärt Blumenberg. Einzige Ausnahme seien Einzelgehöfte auf dem Lande. Diese müssten eventuell länger darauf warten.

Auch Landrat Theodor Elster ist froh über die Mitteilung des Ministeriums. „Das ist ein sehr erfreulicher Ausgang der Angelegenheit“, sagt er. Schließlich sei die Erschließung mit schnellem Internet „ein Top-Merkmal“ für die Attraktivität der Region im Hinblick auf mögliche Unternehmens-Ansiedlungen.

Die Wirtschaftlichkeitslücke, also die Differenz zwischen den Investitionskosten des Anbieters und dessen erwarteten Einnahmen durch die Kunden, beläuft sich für alle zehn „weißen Flecken“ auf rund 1,63 Millionen Euro. Die Kommunen im Kreis Uelzen müssen einen Anteil von insgesamt etwa 205 000 Euro finanzieren. Hinzu kommen Fördermittel des Landes aus dem Konjunktur-paket II.

Welche Gemeinde oder Samtgemeinde welche Summe übernehmen muss, hängt von der Zahl der auf ihrem Gebiet mit Breitband-Anschlüssen versorgten Orte ab, erklärt Blumenberg. Landrat Elster geht derweil davon aus, dass der Kreis sich finanziell nicht beteiligen muss.

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