„Halle könnte überall sein“

Über 100 Uelzener gedenken den Opfern des Anschlags von Halle mit einer Mahnwache

„Der Angriff auf die Synagoge ist somit auch ein Angriff auf unseren Staat, unsere Gesellschaft, auf unser friedliches Miteinander“, sagt Dr. Dieter Thiel bei der Mahnwache.
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„Der Angriff auf die Synagoge ist somit auch ein Angriff auf unseren Staat, unsere Gesellschaft, auf unser friedliches Miteinander“, sagt Dr. Dieter Thiel bei der Mahnwache. 

Uelzen – „Wir stehen hier alle auch als Betroffene über ein Ereignis, dass sich am vergangenen Mittwoch in Halle ereignet hat“, sagte Dr. Dieter Thiel vom „Uelzener Bündnis gegen Rechts“ zu den über 100 Menschen, die am Freitagabend dem Aufruf zu einer Mahnwache am Uelzener Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gefolgt waren.

Der Terroranschlag in Halle macht betroffen und weckt nicht nur unter den Anwesenden Emotionen – von Wut, Trauer, Fassungslosigkeit und Unverständnis ist die Rede. „Wäre es dem Täter gelungen, die Tür zur Synagoge aufzubekommen, wäre es vermutlich zu einem schlimmes Blutbad gekommen, das macht mich noch betroffener“, sagte Thiel. „Der Angriff auf die Synagoge ist somit auch ein Angriff auf unseren Staat, unsere Gesellschaft, auf unser friedliches Miteinander“.

Auch Bürgermeister Jürgen Markwardt sah in dem Attentat einen Angriff auf die Menschlichkeit: „Was mich am meisten frustriert: Halle könnte überall sein, auch hier in Uelzen. Aber, aus den schlimmsten Taten entsteht auch Hoffnung und das sehe ich jetzt hier.“

Ingetraud Schmäcke verlas einen Brief, der ihr nach einem Leserbriefkommentar in der AZ zum Thema Toleranz zugeschickt wurde. Dieser Brief, der Beleidigungen übelster Art enthält, zeige deutlich die Verrohung der Gedanken, aus denen dann irgendwann auch solche Taten entstünden.

„Nie wieder darf es passieren, dass wir auf rechtes Gedankengut reinfallen“, gab Thiel den Anwesenden zum Abschluss der Mahnwache mit auf den Weg.

hu

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