„Mensch 2012“: Erika Schiebel ist Erste Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Wriedel

Über 40 Jahre engagiert

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Bereits im Alter von 38 Jahren hat die heute 74-jährige Erika Schiebel den Vorsitz in der Ortsgruppe übernommen und dort schon viele Projekte ins Leben gerufen.

Brockhöfe/Wriedel. Die 74-jährige Erika Schiebel ist gerade aus einem zweiwöchigen Urlaub mit dem DRK aus Marienbad/Tschechien zurückgekehrt und öffnet schwungvoll die Tür.

Ihre quirlige Art und das flotte Äußere lassen das Alter kaum glauben, aber sie hat auch schon schwere gesundheitliche Probleme hinter sich. Schon immer Sport treibend integriert sie jetzt ihre Herzsport-Termine akribisch in ihren umfangreichen Terminkalender. Sie braucht ihre Gesundheit, um alles ehrenamtliche Engagement durchführen zu können. Seit 52 Jahren wohnt sie in Brockhöfe und ist seit Anfang der 70er Jahre begeistertes DRK-Mitglied.

Gutes zu tun ist ihr von jungen Jahren an ein Bedürfnis. Bereits im Alter von 38 hat sie den Vorsitz in der Ortsgruppe übernommen und dort schon viele Projekte ins Leben gerufen. Anstehende Haushaltsauflösungen von guten Freunden brachten sie auf die Idee, die hinterlassenen Gebrauchsgegenstände für das DRK auf Flohmärkten zu verkaufen und mit dem Erlös Menschen und Vereine zu unterstützen, die dringend Hilfe brauchten.

Das spricht sich natürlich herum und viele Interessierte verfolgen die Berichterstattung in der Zeitung und lassen ihr immer wieder guterhaltene Dinge, aber auch Spenden zukommen, die sie sehr genau in einem umfangreichen Buch notiert und an Bedürftige weitergibt. So konnten schon das Naturbad in Wriedel, der Förderverein der Grundschule und das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg neben vielen anderen Spendengelder erhalten.

Durch eigene Erfahrung und Hinweise ihrer Vertrauensfrauen konnten auch das Radio des Klinikums Uelzen und die Palliativstation vom Spendensegen des DRK Wriedel Unterstützung erfahren. Jetzt steht der Klinik-Clown ganz oben auf der Liste. Die Demenzgruppe wird einmal jährlich zur Heideblüte zum Ausflug nach Wriedel mit gemütlichem Kaffeetrinken eingeladen. Die ganzen Termine koordiniert Erika Schiebel und freut sich über die große Unterstützung ihres Ortsvereins, ohne die die Arbeit nicht möglich wäre. Auch ihr Ehemann steht voll hinter seiner Frau und nimmt ihr viele Wege ab. Ämter und Behörde wissen von ihren Verbindungen und so bekommt sie immer wieder Familien aus dem Grenzdurchgangslager Friedland an die Hand gegeben, die sie in die Dorfgemeinschaft integriert und denen sie den Einstieg in das Leben im fremden Land erleichtert. Die Verständigung ist nicht immer einfach. „Aber die meisten sprechen ein little bit Englisch, genau wie ich, und mit Händen und Füßen dazu klappt das“, erzählt sie fröhlich.

Die Koffer von der Reise sind kaum ausgepackt, dann ist wieder die Kindergruppe dran. Zweimal im Monat kochen, backen und basteln Wriedeler Damen mit fast 20 Kindern von vier bis 14 Jahren, die sich schon auf den bunten Nachmittag freuen. Andere Ehrenamtliche mit der Arbeit zu begeistern, ist ihr sehr wichtig. Daher pflegt sie den persönlichen Kontakt in ihrem Wohnort, um eine junge Nachfolgerin zu finden, die sie gern ausführlich einführen und noch viele Jahre voll unterstützen möchte.

Für die Pressearbeit ist ihre Suche bereits erfolgreich gewesen, sodass jetzt ein bisschen mehr Zeit für die knappe Freizeit bleibt. Da betätigt sie sich dann gern künstlerisch und fertigt wunderhübsche Gemälde an, die auch schon in Ausstellungen bestaunt werden konnten.

Von Monika Buhr

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