„Aus Interesse an der Natur“

Über 1800 Menschen im Landkreis Uelzen haben einen Jagdschein

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Über 1800 Personen besitzen im Landkreis Uelzen einen Jagdschein. Die Zahlen steigen kontinuierlich an.

Bienenbüttel / Landkreis – Der Trend zur Jagd ist ungebrochen – deutschlandweit und auch im Landkreis Uelzen. Aktuell gibt es über 1800 Jagdscheinbesitzer im Kreis, erklärt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage.

Die Zahl der Jagdscheininhaber steige seit mehreren Jahren kontinuierlich an.

„Die meisten machen den Jagdschein aus Interesse am Naturschutz und der Natur“, sagt Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge. Denn im sogenannten grünen Abitur gehe es eben nicht nur darum, zu lernen wie man Wild erlegt, sondern vor allem um Themen des Naturschutzes wie Gesetze und die Tierwelt im allgemeinen. „Man lernt Tiere wie den Grünspecht kennen, die man vorher gar nicht bewusst im Wald wahrgenommen hat“, sagt der Bornser. Es sei eben ein gutes Gefühl genau zu wissen, welche Spur von welchem Tier hinterlassen wurde, so könne man die Natur viel intensiver wahrnehmen. Ein weiterer Grund für viele, den Jagdschein zu machen, sei auch die Hundeausbildung, die bei der Jägerschaft angeboten werde. „Es gibt auch Leute, die mit lernen, um mit ihren Hunden an der Jagd teilnehmen zu können. Aber kein Interesse daran haben, selbst einen Schuss abzugeben“, sagt Hellbrügge.

Ein Abflauen des Interesses am Jagdschein sieht Hellbrügge nicht. Für Guido Kiesewetter, Betreiber einer Jagdschule in Bienenbüttel, ist hingegen „die Spitze des Eisbergs erreicht“. Die Anmeldungen seien immer noch auf einem hohen Niveau, hätten aber leicht abgenommen. „Den Jagdschein machen Jung und Alt“, sagt Kiesewetter. Der jüngste Teilnehmer eines Kurses sei zurzeit fünfzehneinhalb Jahre alt, der älteste 72 Jahre. Die Motive zum Erwerb des Jagdscheins sind dabei unterschiedlich. „Manche wollen sich einen lang gehegten Traum erfüllen, andere wollen das Wissen für ihren Beruf nutzen, eine Tradition fortführen oder sind schlicht an der Natur interessiert“, sagt er. So gebe es Biolehrer, die das erworbene Wissen im Unterricht weitergeben.

Ein weiterer Trend, den es laut Kiesewetter gibt, ist, dass sich die Jäger häufiger Reviere teilen. Oft arbeiteten jüngere Jäger mit älteren Jagdinhabern zusammen. Das biete für beide Seiten Vorteile, denn man könne sich gegenseitig bei der Pflege des Reviers unterstützen und der jüngere Jäger spare sich auch die teure Pacht. „Das ist eine Win-Win-Situation“, meint Kiesewetter.

Für solch eine Zusammenarbeit sei aber auch immer eine gehörige Portion Vertrauen in die andere Person notwendig, sagt Hellbrügge. „Es ist immer eine Frage des Vertrauens, ob ich jemanden bei mir jagen lasse oder nicht. Man möchte keinen drin haben, der Mist baut, sondern vernünftig und waidmännisch korrekt ist.“

VON LARS LOHMANN

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