Der Boykott geht weiter

Trotz Gesprächen – keine Disney-Filme im Central-Theater Uelzen

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Renate Böhm bleibt eisern – die Leiterin des Uelzener Central Theaters fordert gemeinsam mit anderen Kinobetreibern eine Lösung im Disney-Streit.

jm Uelzen/ Köln. Gekämpft wird nicht nur auf der Leinwand, sondern auch hinter den Kulissen. Noch immer haben sich der Unterhaltungskonzern Disney und unabhängige Kinobesitzer nicht auf einen neuen Gebührensatz für Filme geeinigt.

Auch Uelzens Kino-Chefin Renate Böhm ist eisern geblieben, als Vertreter von Disney jüngst in Einzelgesprächen versucht hätten, sie vom Boykott abzubringen. Ihre Befürchtung: Kommt Disney durch, ziehen die anderen Filmverleihe preislich nach. „Dann können sich die Leute in der Provinz Kino nicht mehr leisten“, ist sich Böhm sicher.

Auf der Filmmesse Köln hat es nun zum ersten Mal seit Frühjahr Gesprächsbereitschaft gegeben. Das Branchentreffen in der Rheinmetropole dient dazu, neue Streifen zu bewerben. Und so kamen Vertreter der Streitparteien zusammen, um Ideen auszutauschen.

Zum Hintergrund: Disney will für seine Filme mehr Geld und auch andere Konditionen an die der großen Kinoketten in den Großstädten angleichen. Dagegen sperren sich die meisten kleineren Kinoinhaber. „Wir haben uns mit den anderen Kinobetreibern zusammengeschlossen und abgesprochen, nicht mehr allein mit Disney zu reden. Die sollen sich an einen von uns gewählten Vertreter wenden“, sagt Renate Böhm. Man überlege sogar, gemeinsam in die Politik zu gehen.

Immerhin: Einen ersten Erfolg können Böhm und ihre Kollegen bereits vorweisen. Bei einer Vorpremiere wollte der Filmverleih Sony ebenfalls höhere Gebühren verlangen – durch die gemeinsame Organisation habe man das verhindern können, sagt sie.

Die Resonanz aus der Bevölkerung zum Boykott sei überwiegend positiv, einige Besucher wichen allerdings nach Lüneburg aus, um Disney-Filme sehen zu können. Finanziell könne Renate Böhm das verkraften. „Wir haben ein filmstarkes Jahr“, sagt sie. Dennoch: Besonders um die vielen Kinderfilme von Disney tue es ihr leid. Die Hoffnung: dass Disney bis Dezember einlenkt – dann kommt der neue „Star Wars“-Film in die Kinos.

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