Schlacht der Spielmannszüge in Uelzen / Stimmungsvolle Rhythmen begeistern Tausende Zuschauer

Trommeln, Kilts und große Hitze

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Früh übt sich: Bei den „Schneverdinger Stadtfalken“ bewies auch der Nachwuchs sein Können.

Uelzen. „Das ist ja eine Riesenstimmung hier. “ Das Ehepaar Hauke, eigens aus Hermannsburg angereist, um am Sonnabend in Uelzen die Schlacht der Spielmannszüge zu erleben, brachte es auf den Punkt: „Genauso haben wir uns das auch vorgestellt.

Alle ziehen kreuz und quer durch die Stadt und überall nur gute Laune – wir bewundern die Teilnehmer. “.

Vielleicht ist auch ein wenig Neid dabei, denn in dieser Form ist das auch „Battle of the Brass Bands“ genannte Event bundesweit einmalig. Bereits zum fünften Mal maßen sich die Teilnehmer jetzt im musikalischen Wettstreit. Am bewährten Konzept wurde festgehalten, dennoch gab die Hälfte der beteiligten acht Bands in Uelzen ihren Einstand, bejubelt von Tausenden Zuschauern.

Darunter waren auch „Samba Reggae“ aus Berlin, die brasilianische Klänge nach Uelzen brachten. Auf die Frage von Moderator Peter Hellström, ob die Band nun sozusagen Berlins „Who is who“ beider Stilrichtungen sei, antwortete Bandleader Manfred Spaniol ganz unbescheiden: „Das kann man wohl so sehen.“ Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad passte in diesem Fall zumindest schon mal der äußere Rahmen.

Mächtige Trommelschläge: Ein Mitglied der Band „Samba Reggae“ aus Berlin.

Das sah Otto Richter, Mitglied der Dudelsackspieler „First Guards of St. Kilian“ aus dem hessischen Korbach und ebenfalls zum ersten Mal in Uelzen, naturgemäß ganz anders: „Unsere original schottischen Uniformen sind nicht für diese Hitze gemacht, aber da müssen wir nun einmal durch. Laufen, atmen, blasen und spielen – letztlich ist alles eine Frage der Körperbeherrschung.“ Ralf Schaumburg von der „Black Diamonds Marching Band“ aus Soltau nahm es mit Humor und witzelte: „Vielleicht sollten wir uns nächstes Jahr in ,White Diamonds‘ umbenennen, dann werden wir wenigstens unsere gerade neu entworfene schwarze Uniform wieder los.“

Stilecht mit Dudelsäcken und Kilts: „The First Guards of St. Kilian“ aus dem hessischen Korbach spielten bei der Schlacht der Spielmannszüge Lieder aus Schottland.

Wenn es um Schlachten geht, darf ein gestandener Major nicht fehlen: Senior Drum Major Guinness Adria koordinierte die „Battles“ auf der Rathauskreuzung. Er ist nicht nur eine imposante Erscheinung, sondern auch eine schillernde Figur. Der Bochumer, der das weltweit größte Indoor-Finale der Musikzüge in St. Gallen leitete, hatte das Geschehen stets im Griff: „So etwas wie hier in Uelzen habe ich aber noch nie erlebt. Dieser Klangmix, wenn sich die Bands gegenseitig treffen, ist schon speziell, ein echtes Alleinstellungsmerkmal – das macht wirklich riesigen Spaß.“ Auch Richard Wester, verantwortlich für die künstlerische und musikalische Gesamtleitung war zufrieden: „Wirklich super. Die Schlacht der Spielmannszüge hat dieses Jahr noch mehr Farbe bekommen, ist noch besser geworden, hauptsächlich natürlich dank Guinness.“

Von Oliver Huchthausen

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