Uelzener Lucas-Backmeister-Schule feiert 125-jähriges Bestehen mit Musik und Tanz

Trommelklänge von Giraffen

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Uelzen. An ihre Zeit an der Uelzener Lucas-Backmeister-Schule kann sich Ingeborg Böker noch gut erinnern. „Damals gab es vom Lehrer noch Schläge mit dem Rohrstock, wenn man unartig war“, sagte die 94-Jährige, die 1926 eingeschult worden war, gestern im AZ-Gespräch.

Sie ist damit die älteste lebende Ex-Schülerin der „Backmeister“, wie die Schule liebevoll genannt wird. Noch viel länger – seit genau 125 Jahren – besteht hingegen das Schulgebäude an der Taubenstraße. Das war Anlass für die Grund- und Hauptschule, ihr Jubiläum gestern mit mehr als 100 Gästen zu feiern.

„Die Lucas-Backmeister-Schule kann auf eine ge-schichtsträchtige Zeit zurückblicken. Viele Menschen fühlen sich mit unserer Schule verbunden“, erklärte Rektorin Bianca Scharfenstein in ihrer Ansprache. Die Lehranstalt habe sich den Veränderungen stets gestellt und zum Beispiel Praxistage, eine Schülerfirma und eine Keyboardklasse eingeführt.

Angesichts der sinkenden Schülerzahlen war sich Scharfenstein aber auch bewusst, dass es in der Uelzener Politik Überlegungen gibt, Schulstandorte zu schließen. „Bedenken Sie bei Ihren Beratungen aber, dass es sich um Menschen handelt. Sie sollten mit Bedacht, Umsicht und im Interesse der Kindern handeln“, appellierte die Rektorin an die Politiker.

Auftritt im Giraffen- und Zebra-Outfit: Mit Trommelbegleitung präsentierte die Musical-AG der Lucas-Backmeister-Schule gestern fröhliche Lieder. Anlass war das 125-jährige Bestehen des Uelzener Schulgebäudes, das ausgiebig gefeiert wurde.

Diesen Faden griff Bürgermeister Otto Lukat auf. Es stehe außer Frage, dass Uelzen auch künftig eine „attraktive Innenstadt-Schule“ brauche, betonte er. „Ich persönlich sehe für den Standort Taubenstraße eine über die 125 Jahre hinausgehende Zukunft.“ Dagegen sei das Ende des Hauptschulzweiges absehbar, denn nach der vierten Klasse wechseln die Backmeister-Schüler auf die Oberschule Uelzen, erklärte Lukat. Er hatte noch ein besonderes Geschenk mitgebracht: die mechanische Schul-Uhr von 1889, die kürzlich durch eine elektronische ersetzt worden war. Das historische Kleinod soll nun einen Ehrenplatz in der Schule erhalten.

Glückwünsche zum Jubiläum überbrachten auch Propst Jörg Hagen, der stellvertretende Landrat Martin Oesterley und der Uelzener Ratsherr Peter Lücke. Doch auch die Backmeister-Schüler kamen ausführlich zum Zug. So führte die Musical-AG – im Giraffen- und Zebra-Outfit und mit Trommelbegleitung – fröhliche Tanz- und Musikstücke auf. Feston Qeriqi und Imad Houd Houd präsentierten per Beamer historische und aktuelle Fotos und gaben Einblicke in die so verschiedenen Schulalltage der Jahre 1900 und 2014.

Darüber hinaus bewiesen junge Musikschüler zusammen mit Susanne Niebuhr ihr Können auf dem Akkordeon und der Geige. Und nicht zuletzt erlebten die Gäste in einer eindrucksvollen Ausstellung die Ergebnisse einer Projektwoche an der Backmeister-Schule.

Von Bernd Schossadowski

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