Pure Musik abseits des Mainstreams

Trio „Midnight Flash“ begeistert auf Gartenbühne des Neuen Schauspielhauses

Show und große Worte sind nicht das Ding von „Midnight Flash“. Sie spielten erdigen Rock – schnörkellos, ehrlich und direkt.
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Show und große Worte sind nicht das Ding von „Midnight Flash“. Sie spielten erdigen Rock – schnörkellos, ehrlich und direkt.

Uelzen – Nein, Unbekannte sind „Midnight Flash“, die am Sonnabend auf der Gartenbühne im „Neuen Schauspielhaus“ an der Rosenmauer aufspielten, eigentlich nicht.

Die Band, bereits 1978 gegründet, spielte immerhin schon unter anderem im Vorprogramm namhafter Größen wie Wishbone Ash, Ten Years After, Golden Earing oder Canned Heat.

Anhand dieser Referenzen lässt sich bereits erahnen, dass von den drei Herren auf der Bühne keine eingängigen Titel aus den internationalen Charts zu erwarten waren. Nein, das Trio widmet sich vorrangig den unbekannteren Stücken des Rock, Blues und des Rock’n’Roll. Während B.B. Kings „Woke up this Morning“ dem ein oder anderen durchaus noch im Ohr klingen dürfte, wird dies bei Stücken von Tampa Red, Stevie Ray Vaughn, Robert Johnson, Cream oder David Lindley schon schwieriger.

Sieht man von dem gewaltigen Schlagzeugaufbau, der jedem Großereignis zur Ehre gereicht hätte, sowie der imposanten Gitarrenauswahl ab, wurde von Beginn an schnell klar, dass Show und große Worte nicht das Ding von „Midnight Flash“ sind. Stattdessen gab es erdigen Rock, schnörkellos und mit jedem Ton ehrlich und direkt gespielt. Pure Musik abseits des Mainstreams eben.

Fast schon schüchtern, manchmal gar ein wenig unbeholfen – „das nächste Lied ist lustig“ – kündigte Gitarrist und Sänger Jojo Schulze die Stücke an, was aber auch wiederum seinen ganz eigenen Charme hatte. Musikalisch war die zweistündige Reise durch die Rockgeschichte sowieso absolut hörenswert, auch wenn Schlagzeuger Andreas Brühler zu Beginn noch etwas mit der Technik haderte. Die pure Spielfreude der Jungs zeigte sich alleine schon bei der Frage nach einer Pause: „Pause, wieso?“, wunderte sich Jojo Schulze, „wir haben Material für vier Stunden, wir müssen ja irgendwie durchkommen.“

Also wurde ohne Pause weitergespielt, denn für die Getränkeversorgung gibt es ja eigens eine Bar im Garten. Mit „Puppet Liberation“, „Strong Man“ und „Try to be True“ hatten „Midnight Flash“ auch ein paar eigene Songs am Start, bevor der Abend mit „Purple Haze“ und „Little Wing“ von Jimi Hendrix endete. Nicht ganz, denn als Zugabe folgten die „Stones“. Nicht mit „I can get no desinfection“, wie es aus dem Publikum witzelte, sondern mit einem unbekannteren Stück aus der Ära mit Mick Taylor als Leadgitarristen. VON OLIVER HUCHTHAUSEN

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