IG Bau fordert stärkere Kontrollen auf Baustellen im Kreis Uelzen

Tricksereien am Mindestlohn?

Mehr Kontrollen auf Baustellen könnten das Unterwandern des Mindestlohns eindämmen, meint die IG Bau. Foto: privat

ib Uelzen/Landkreis. 2800 Strafverfahren mit Geldstrafen in Höhe von 500 000 Euro, 1200 Bußgeldverfahren, bei denen 390 000 Euro Geldbußen verhängt wurden, und mehr als 33 Jahre Haftstrafen – die Schwarzarbeit hat das Hauptzollamt Hannover auch im vergangenen Jahr auf Trab gehalten; die ermittelte Schadenssumme in seinem Zuständigkeitsbereich, zu dem auch der Landkreis Uelzen gehört, betrug 28 Millionen Euro.

Der Bezirksverband der Industriegewerkschaft (IG) Bauen-Agrar-Umwelt fordert vor diesem Hintergrund mehr Personal für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll, damit vor allem Kontrollen gegen Mindestlohn-Verstöße auf Baustellen in der Region verstärkt werden können, begründet der Bezirksvorsitzende Rohland Bartels.

Der Forderung nach mehr Kontrollen liege vor allem die Tatsache zu Grunde, dass ehrliche Baubetriebe im Kreis Uelzen „vor kriminellen Lohnpraktiken unseriöser Konkurrenzfirmen“ geschützt würden, so Bartels. Anlass seien die Ermittlungszahlen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Hannover, heißt es. Sie zeigten nach Auffassung des IG Bau-Bezirksvorsitzenden, „dass auf zahlreichen Baustellen in der Region noch immer der tarifliche Mindestlohn unterlaufen werde“. Bartels: „Im vergangenen Jahr hat das für den Kreis Uelzen zuständige Hauptzollamt Hannover in der gesamten Region 380 Mindestlohn-Kontrollen auf dem Bau durchgeführt. Als Ergebnis wurden in 25 Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet.“ Kristina Heinrich, Sprecherin beim Hauptzollamt Hannover, kann das gestern auf AZ-Nachfrage in den Einzelheiten nicht bestätigen und verweist lediglich auf die Ermittlungszahlen für den gesamten Zuständigkeitsbereich.

Für Rohland Bartels indes seien die Zahlen ein klares Indiz dafür, dass es immer noch etliche Unternehmen gebe, die sich bewusst nicht an die tariflichen Lohnuntergrenzen im Baugewerbe hielten. „Diese zahlen ihren Beschäftigten weniger, um billig an Aufträge zu kommen. Und das führt ganz klar zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung. Mehr noch: „Die Baubetriebe im Landkreis Uelzen, die seriös und ehrlich arbeiten, sind die Leidtragenden dieser kriminellen Lohn-Praktiken.“ In immer mehr Branchen gebe es Mindestlöhne, so Bartels. Und es dürfe nicht dazu kommen, dass durch zu wenig Kontrollen – auch aufgrund von Personalengpässen – „Tricksereien beim Lohn kalkulierbar“ würden.

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