13 000 vorsätzliche Taten im Jahr

Metronom: jährlich zwei Millionen Euro Schaden durch Schwarzfahrer

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Nicht jeder hat ein Ticket – jetzt wird das Schwarzfahren im Metronom auch deutlich teurer.

Uelzen. Der Uelzener Eisenbahngesellschaft Metronom entgehen jährlich rund zwei Millionen Euro an Fahrkarten-Einnahmen durch Schwarzfahrer.

„Im Jahr erwischen wir knapp 13 000 Fahrgäste, die vorsätzlich ohne Ticket in unseren Zügen sitzen“, sagt Sprecher Björn Pamperin. Die Dunkelziffer ist entsprechend höher. Die Privatbahn befürwortet daher die jüngste Erhöhung der Geldstrafen. In Verkehrsverbünden wie im Großraum Hamburg und Hannover kostet Schwarzfahren bereits seit 1. Juli 60 statt bisher 40 Euro, auf den übrigen Streckenabschnitten wie im Landkreis Uelzen wird die Erhöhung ab 1. August umgesetzt.

Die Uelzener Eisenbahn gibt sämtliche Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf an das Land Niedersachsen ab, das den Nahverkehr finanziert. Die Tickets decken landesweit etwa nur 30 Prozent der Kosten für Busse und Bahnen ab, die restlichen 70 Prozent werden durch Steuermittel aufgebracht.

Der Einfallsreichtum von Schwarzfahrern kennt dabei kaum Grenzen, weiß Pamperin. „Die Palette reicht vom Tauschen und Handeln mit Niedersachsen-Tickets bis zur gezielten Manipulation“, schildert er. So würde bei Fahrkarten vom Vortag „am Datum rumgerubbelt, bis das nicht mehr zweifelsfrei zu lesen ist“ oder auch ganze Namen wegradiert.

Bei der Zahl von 13 000 Schwarzfahrten handele es sich um absichtliche, erklärt der Sprecher. Dazu kommen jene Fahrgäste, die wider Willen ohne Fahrschein fahren, etwa weil Automaten auf den Bahnhöfen nicht funktionieren. Die Schaffner aber dürfen im Zug keine Fahrkarten mehr verkaufen.

Von Thomas Mitzlaff

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