Treffpunkt mit Peter Maffay

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Peter Maffay schaute sich zur selben Zeit wie Ingenieur Bernd Ebeling das Entwicklungsprojekt in Roades an. Und blieb für ein Gespräch mit dem Uelzener noch einen Moment länger.

dib Uelzen/Roades. „Neben der Musik seit 40 Jahren ist in den letzten zehn Jahren ein anderes Standbein entstanden – unsere Stiftung“, erklärt Peter Maffay sein Engagement für Kinder, als er in Rumänien mit dem Team des Diplom-Ingenieurs Bernd Ebeling vom AWA-Ingenieurbüro aus Uelzen zusammentrifft.

Die Maffay-Stiftung Fundatia Tabaluga arbeitet im siebenbürgischen Dorf Roades (zu deutsch Radeln) gemeinsam mit Ebeling an einem Entwicklungsprojekt. „Wir kümmern uns um traumatisierte Kinder“, erläutert Maffay. Für diese wird derzeit ein Ferienheim gebaut, das im Juli eingeweiht wird. Im vergangenen Herbst hatte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) die Förderbewilligung an Peter Maffay überreicht. Zusätzlich zum Kinderferienheim soll eine weitere Reihe an Gebäuden entstehen, die auch die Arbeitslosigkeit in dem 300-Einwohner-Dorf Radeln eindämmen soll.

Eine Tischler-Werkstatt, wo heimische Jugendliche ausgebildet werden können, ist ebenfalls in Planung, auch eine Ärztin wird sich voraussichtlich vor Ort niederlassen. Jüngst wurde auch der Dorfbrunnen saniert. Bernd Ebeling plant in Zusammenarbeit mit einem rumänischen Ingenieurbüro für dieses Bauprojekt eine Pflanzenkläranlage, ein Pilotprojekt für die rumänische Region. Dazu soll unter anderem auch ein Schulungsprogramm für deren Betrieb laufen. „Die Anlage kann und soll fürs ganze Dorf erweitert werden“, kündigt der Uelzener an.

Er hofft, dass es als Modell für weitere Anlagen dieser Art in Rumänien genutzt wird. 70 Prozent der Baukosten übernimmt die DBU, etwa 30 000 Euro für Pump-Station, Kanalisation und Pilot-Kläranlage müssen selbst aufgebracht werden. Diese so genannte pflanzliche Bodenfilterkläranlage bedeutet eine Chance für die dörfliche Bevölkerung, da der Ort nur über eine stark unterentwickelte Infrastruktur verfügt. Mitte Juni wird die Anlage voraussichtlich fertig sein, kalkuliert Ebeling.

Bislang holen die Einwohner von Roades noch ihr nitrathaltiges Trinkwasser aus den Brunnen. „Junge Leute wandern ab und es gibt eine hohe Arbeitslosigkeit“, beschreibt er die Situation vor Ort. Wer einen Job habe, erhalte etwa ein Gehalt von 200 Euro monatlich. Der Uelzener schaute sich in Roades den Fortschritt der Bauarbeiten an, führte Gespräche unter anderem mit dem Bürgermeister und erstellte mit seinem Team einen Film, den auch die DBU zur Projekt-Präsentation nutzen werde. Im selben Zeitraum hielt sich Peter Maffay in seiner Heimat Rumänien und für einen Tag auch in Roades auf, um die Baumaßnahmen zu besichtigen.

Dass er vor die Kamera von Ebelings Team trat, war nur dem Zufall zu verdanken: „Nur weil die Baufirma zu seinem Termin zu spät kam, haben wir Zeit gehabt, ihn aufs Video zu kriegen“, berichtet Ebeling. „Man muss die Infrastruktur wieder in Gang bringen, die hat ja mal existiert, und das ist jetzt noch nicht zu spät, im Gegenteil“, sagt Peter Maffay über das Projekt.

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