Prozess gegen Douglas-Bande: Verdacht gegen Angeklagten-Familie

Treffen mit Zeugen in einer Kneipe

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Zwei 19 Jahre alte Uelzener stehen wegen versuchten Totschlags vor Gericht.

Uelzen/Lüneburg. Im Prozess wegen versuchten Totschlags gegen zwei Mitglieder der so genannten Uelzener Douglas-Bande vor dem Landgericht Lüneburg hat sich offenbar der Vater eines Angeklagten im Vorfeld des Prozesses mit Zeugen getroffen.

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Nach AZ-Informationen wurden Zeugen von dem polizeibekannten Vater in eine Uelzener Gaststätte „bestellt“. Bei diesem Treffen unterschrieben dann Zeugen neue Aussagen zu den Vorgängen. Gerichtssprecherin Fatima Natho verweist darauf, dass der Vorsitzende Richter gezielt die Zeugen auf eine eventuelle Einflussnahme anderer Personen angesprochen habe. „Das hat kein Zeuge bekundet“, betont sie. Seit nunmehr zweieinhalb Wochen läuft der Prozess gegen die beiden 19-jährigen Uelzener. Sie sollen in der Nacht des 2. Juli einen 41-jährigen Kneipengänger mit einer Bierflasche niedergeschlagen und dem wehrlosen Opfer am Boden dann Tritte gegen den Kopf zugefügt haben. Der Mann erlitt schwere Schädelverletzungen. Beide Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Sie schweigen zu den Vorwürfen.

Die bisher gehörten Zeugen gaben an, Erinnerungslücken vor allem bezüglich eines Angeklagten zu haben. Die 1. Große Jugendkammer des Landgerichts hat zunächst Verhandlungstage bis in den Februar 2012 anberaumt, mehr als 30 Zeugen werden gehört. Die so genannte Douglas-Bande wird von Ermittlern so genannt, weil sich die Mitglieder in der Uelzener Innenstadt vor der gleichnamigen Parfümerie trafen und dann Straftaten begingen.

Neben den beiden Angeklagten vom Prozess wegen versuchten Totschlags sitzen drei weitere Mitglieder derzeit wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung in Untersuchungshaft, weil sie versucht haben sollen, von einem Uelzener Geschäftsmann Schutzgeld zu erpressen.

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