Bestürzte Familie auf Ursachensuche

Trauer um treuen Weggefährten: Hund Bary kommt beim Auslauf in Uelzen zu Tode

Bary war der Familienhund der Familie Gemmingen von Massenbach aus Westerweyhe. Am Freitagabend kam er unter bisher ungeklärten Umständen zu Tode.
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Bary war der Familienhund der Familie Gemmingen von Massenbach aus Westerweyhe. Am Freitagabend kam er unter bisher ungeklärten Umständen zu Tode.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Der Schock sitzt bei Dominik Gemmingen von Massenbach und seiner Familie tief. Es ist gegen 19.30 Uhr am Freitagabend, als er den Familienhund Bary tot auffindet – verendet an einer Schuss- oder Stichverletzung.

Uelzen-Westerweyhe – Wie jeden Abend drehte Bary eine Runde vom Westerweyher Industriegebiet aus in Richtung Waldstück. Dominik Gemmingen von Massenbachs Schwiegervater, der im selben Haus wohnt, ist am Schnee schieben, als er Bary jaulen hört. Die Familie läuft raus und findet Bary tot im Schnee liegend.

„Das war alles wie in Zeitlupe“, erinnert sich Dominik Gemmingen von Massenbach. „Bary war mein treuester Weggefährte.“ Mit zehn Wochen sei der Hund zur Familie gekommen. Dieses Jahr wäre Bary elf Jahre alt geworden. Bei dem Hund handelt es sich um einen Mischling aus Boxer und Rhodesian Ridgeback – und nicht, wie ursprünglich berichtet, um einen Pitbull.

Ob es sich bei der Tat um einen Unfall oder um Absicht handelt, darüber kann Gemmingen von Massenbach nur spekulieren. Seine Vermutung: Ein Unglück, das vertuscht werden sollte. So fand die Familie Fußspuren bei dem verendeten Tier, die in den Wald führten. Nachdem der Hund vom Wegesrand weggeschafft worden war, ging die Familie zudem noch einmal raus – und fand neue Fußspuren zweier weiterer Personen. „Wir wurden beobachtet“, ahnt Gemmingen von Massenbach, denn sein Haus sei in direkter Sichtweite. Eventuell habe das verendete Tier weggebracht werden sollen, so die Vermutung. Die Fußspuren führten schließlich weg vom Ort des Geschehens quer über den angrenzenden Acker.

Schon einer der Polizisten, die den Fall aufnahmen, sei sicher gewesen, dass etwa ein richtiger Jäger auch bei Mondschein einen Hund vom Wild unterscheiden könne. Ein befreundeter Jäger habe dies bestätigt. „Es ist wirklich harter Tobak“, sagt Gemmingen von Massenbach. Erschwerend hinzukomme nämlich, dass – sollte es sich um eine Schusswunde handeln – der Täter in Richtung des Wohnhauses gezielt habe. „Hier gehen auch Spaziergänger lang“, sagt Gemmingen von Massenbach. Für ihn steht daher fest: „Vorsicht ist angesagt.“ Seine zwei kleinen Söhne etwa dürften vorerst nicht mehr abends raus.

Auch ein Polizist, der die Aussagen der Familie aufgenommen hatte, meldete sich bei der AZ. Er hat Jäger oder Wilderer im Verdacht, denn der Vollmond am Freitagabend sei günstig für die Jagd gewesen. Konkrete Verdächtige gebe es jedoch noch nicht. Dabei zeigte sich der Polizist ebenfalls bestürzt, denn auch er sei Hundehalter: „Da kam es schon über mich.“

Die Familie selbst brachte Bary gestern in eine Tierklinik nach Hannover, wo eine Obduktion Aufklärung über die genaue Todesursache geben soll.

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